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Widerstand von Kirchen

Argentinien führt landesweit die Homo-Ehe ein

<b>In Argentinien</b> sind homosexuelle Ehen jetzt landesweit erlaubt. Vor allem Kirchen und Evangelikale protestieren. Foto: Kirill Zdorov

In Argentinien sind homosexuelle Ehen jetzt landesweit erlaubt. Vor allem Kirchen und Evangelikale protestieren. Foto: Kirill Zdorov

Trotz des Widerstands der katholischen Kirche dürfen schwule und lesbische Paare bald überall in Argentinien heiraten.

Eine Mehrheit im Senat stimmte abschließend für die Zulassung der Homo-Ehe. Damit wird Argentinien der erste Staat Lateinamerikas sein, in dem die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare im ganzen Land möglich ist. Schwulen- und Lesbenverbände reagierten mit Jubel.

Die Entscheidung für die Homo-Ehe im Senat fiel nach einer 14-stündigen Marathonsitzung mit 33 Ja-Stimmen.

27 Senatoren votierten dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Das Abgeordnetenhaus hatte der Vorlage bereits im Mai zugestimmt. Dass Präsidentin Cristina Kirchner das Gesetz unterzeichnen wird, gilt als sicher. Bislang sind Homo-Ehen in Argentinien nur in der Hauptstadt Buenos Aires und in einigen Provinzen möglich.

»Ich bin sehr bewegt,« sagte César Cigliutti, Vorsitzender der argentinischen Homosexuellenorganisation.

»Es geht schließlich um die Gleichheit vor dem Gesetz.« Für die Regierung sagte Kabinettschef Aníbal Fernández, Argentinien habe nun in Lateinamerika die Vorreiterrolle bei der Förderung der Rechte der Schwulen und Lesben.

Im argentinischen Zivilgesetz gilt nach dem Parlamentsbeschluss künftig der Passus: »Die Ehe soll die gleichen Anforderungen und Auswirkungen haben, unabhängig davon, ob die Partner des gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts sind.«

Die Homo-Ehe spaltet Argentinien.

Bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags hatten Gegner und Befürworter vor dem Kongressgebäude für und gegen das Vorhaben demonstriert. Dabei war es zu teils heftigen Wortgefechten und Rangeleien gekommen.

Protest kommt vor allem aus der katholische Kirche und aus evangelikalen Gruppen.

Für Jorge Bergoglio, katholischer Erzbischof von Buenos Aires, widerspricht die Homo-Ehe dem Plan Gottes. Héctor Aguer, Erzbischof von La Plata, sprach von »einem kulturellen Krieg gegen das Christliche in unserem Volk«. In Argentinien sind rund 90 Prozent der 40 Millionen Einwohner katholisch.

In anderen Ländern Lateinamerikas dürfen Homosexuelle nur in wenigen Städten und Provinzen wie der mexikanischen Hauptstadt und dem brasilianischen Bundesstaat Río Grande do Sul heiraten.

Eine Lebenspartnerschaft mit geregeltem Erb- und Rentenrecht dürfen gleichgeschlechtliche Paare seit 2008 in Uruguay eingehen. epd

Dieser Beitrag wurde am 16.7.2010 um 09.12 Uhr veröffentlicht.

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