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Brot für die Welt

Trotz allem: Spenden ist gut

Gerd-Matthias Hoeffchen

Gerd-Matthias Hoeffchen

»Brot für die Welt« ruft zum Spenden auf. Die jährliche Advents-Aktion der evangelischen Kirchen und Freikirchen findet bereits zum 50. Mal statt – großes Jubiläum.

Und trotz aller Unruhen um das Spendenwerk in den vergangenen Monaten, trotz Verstimmung bei vielen der treuen Spenderinnen und Spender: Es ist noch immer eine gute Sache, Geld in diesen Spendentopf zu geben.

Manch einer, der seit Jahren treu sein Scherflein dazu beigetragen hatte, dass „Brot für die Welt“ jene großartige Hilfe unter den Armen dieser Erde leisten konnte, die das Hilfswerk quasi zum guten Gewissen der evangelischen Kirche hat werden lassen, verstand in jüngerer Zeit die Welt nicht mehr: Umziehen will das Hilfswerk. Vom bodenständigen Stuttgart in die Mega-In-Metropole Berlin.

Ist das wirklich nötig? Dutzende haben bei UK nachgefragt. 17 Millionen Euro soll der Umzug kosten. Geld, das zwar nicht aus Spendengeldern genommen wird, aber aus Kirchensteuermitteln – und das in Zeiten finanzieller Kürzungen auf fast allen Ebenen woanders fehlen wird.

UK hat über die Hintergründe berichtet – und ganz ehrlich, es ist uns nicht immer leicht gefallen, alles zur Zufriedenheit der aufgebrachten Leserinnen und Leser zu erklären.

Sicher, da ist die Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst (eed), sinnvoll und seit langem beschlossen. Da sind Argumente, die Effizienz der Arbeit werde steigen, Kosten würden langfristig eingespart. Die Präsenz in der Hauptstadt als der Bühne des politischen Geschehens. Die Notwendigkeit, gemeinsam mit der Diakonie ein neues Kompetenzzentrum und ein neues „Wir-Gefühl“ zu entwickeln.

Und dennoch blieb die Frage im Raum hängen: Ist das notwendig? Dazu Vorwürfe, für die neue Zentrale in Berlin müsse ein Altenwohnheim weichen. Die Nachricht, „Brot für die Welt“ habe mehr Geld in Rücklagen angelegt als bisher bekannt.

Man darf über den Kurs des Hilfswerkes streiten. Vielleicht sollte man das sogar offener als bisher.
Auf keinen Fall aber sollte daraus der Schluss gezogen werden, es „denen da oben“ durch Spendenverweigerung „zu zeigen“.

So wollen es, leider, tatsächlich etliche der Leserinnen und Leser tun.

Aber wen träfe diese Verweigerung? Wem würde man „es zeigen“? Den Ärmsten der Armen. Die, denen bisher durch Spenden wirksam geholfen werden konnte. Denn nach wie vor: „Brot für die Welt“ macht eine gute Arbeit vor Ort. Hilfe zur Selbsthilfe, die ankommt.

Wir gehen davon aus: Jeder Euro kommt tatsächlich auch an.

Dieser Beitrag wurde am 2.12.2008 um 08.41 Uhr veröffentlicht.

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