Barack Obama
Möge er ein Segen sein

Annemarie Heibrock
Nein, der Messias ist er nicht. Auch wenn man nach seiner Wahl den Eindruck haben konnte, er wäre es. Barack Obama, der designierte US-Präsident, ist ein Mensch.
Um einiges charismatischer als die meisten vielleicht, auch klüger und gewinnender. Aber eben ein Mensch. Er allein, das steht fest, wird die Welt nicht retten. Er allein wird auch die USA nicht von den schweren Lasten befreien können, die sich in den acht vergangenen Jahren der Bush-Administration aufgehäuft haben.
Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Armut, Umweltzerstörung – um nur einige Stichworte zu nennen. Wenn Barack Obama erfolgreich sein will, braucht er die Unterstützung und den guten Willen aller US-Bürgerinnen und -Bürger. Die Mehrheit immerhin hat sich anstecken lassen von seinen Ideen.
Trotzdem: So siegesgewiss wie sich Obama vor der Wahl gab („Yes, we can“ – „Ja, wir können“), so demütig zeigte er sich in den ersten Tagen nach der Wahl, bemüht, die allzu hohen Erwartungen zu dämpfen.
Der künftige Präsident verspricht keine Wunder. Das gerade ist es, was ihn glaubhaft macht. Und das wiederum macht Hoffnung darauf, dass zumindest ein neuer Weg eingeschlagen wird, ein Weg hin zu einem anderen Amerika.
Einem Amerika, das seine politische und wirtschaftliche Stärke einsetzt, um die Welt besser zu machen. Einem Amerika, das, wie Obama in seiner Siegesrede sagte, nicht durch Waffengewalt, sondern durch seine Ideale überzeugt.
Barack Obama – der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten. Es wäre naiv zu glauben, dass mit dieser Wahl der Rassismus US-amerikanischer Prägung für immer besiegt sei. Aber er hat eine heftige Schlappe einstecken müssen. Das zumindest.
Eine Schlappe mussten auch jene fundamentalistischen Christen einstecken, die schon hinter George W. Bush standen und nun auch für den Republikaner John McCain gestimmt haben. Bush hat das Christentum in Misskredit gebracht, er hat es missbraucht als Rechtfertigung für Krieg und Gewalt.
Das ist nun vorbei. Mit Obama haben die liberaleren, weltoffenen religiösen Kräfte gesiegt. Und das ist gut so. Tatsächlich kann man wohl wie der EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte in der Wahlentscheidung eine Verschiebung der kulturell-religiösen Lage in den USA sehen.
Barack Obama heißt der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Barack (oder Barak) ist arabisch und heißt „Segen“. Möge er seinem Namen Ehre machen und ein Segen sein. Für Amerika und die Welt.
Dieser Beitrag wurde am 17.11.2008 um 09.25 Uhr veröffentlicht.
| Kommentare lesen |
|---|
| Eigenen Kommentar schreiben |
|---|
| Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können. Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben Melden Sie sich hier kostenlos an |
| Evangelisch in Westfalen und Lippe |
|---|
| Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich). |
|










