Manchmal zu milder Blick auf die DDR
Gauck fordert kritischeren Umgang mit SED-Diktatur
Der ehemalige Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde und DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck hat zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit einen kritischeren Umgang mit der SED-Diktatur und ihren früheren Funktionären angemahnt.
Er wolle nicht, dass die Biografien einstiger Unterdrücker genauso zählten wie die der früher Unterdrückten, sagte Gauck im Deutschlandfunk. Manchmal entstehe auch heute noch ein milder Blick auf die DDR, kritisierte der evangelische Theologe.
Dieser sei zum Teil von Westdeutschen geprägt, die schon früher nicht imstande gewesen seien, den Kommunismus als Diktatur zu bezeichnen. Zudem gebe es im Osten die »merkwürdige Haltung«, sich immer nur an Positives zu erinnern.
Gutes habe es in der DDR zwar durchaus gegeben, sagte Gauck. Aber daneben gelte es auch anderes zu erinnern, »den Verlust der Grundwerte, die Unfreiheit, dass wir nie wählen durften, keine freien Gewerkschaften und keine freien Medien hatten«.
Gauck ging auch auf den Beitrag der Kirchen zur Wiedervereinigung ein.
Diese seien in der DDR marginalisiert worden. »Wir haben erlebt, dass in dieser kleiner gewordenen Kirche, in diesen eher bekenntnismäßig geprägten Gemeinden starke Charaktere und eine sehr starke Überzeugungskraft gewachsen ist«, sagte Gauck.
Die Kirche werde sich deshalb auch künftig nicht von der wachsenden Kirchenferne in vielen Industriestaaten ins Bockshorn jagen lassen. epd
Dieser Beitrag wurde am 3.10.2010 um 12.43 Uhr veröffentlicht.
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| MA schrieb am 13.02.2011 22:35: Joachim Gauck ist zu bewundern und ein echtes Vorbild - leider fallen dennoch auch heute noch viel zu viele auf die Stasi-Nachfolger bei der Linken rein. Hier spielen die Unterdrücker wieder volle Pulle mit - und wo bleiben die Opfer? |
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