UK - Unsere Kirche > Startseite
Samstag, 11.02.2012
Sie sind hier: UK  > Gesellschaft > Standpunkt > Die unbeugsame Landsparkasse

Die UK-Weblogs

Chefsache

Viele Wahlurnen bleiben leer

4. Stock, links

Die Wolken und Berlin

Werbung

Werbung

Krisensicher

Die unbeugsame Landsparkasse

Karin Ilgenfritz

Karin Ilgenfritz

Kennen Sie diese Zeilen: „Wir befinden uns im Jahr 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.“? Genau, es sind die Sätze, mit denen jeder Band von „Asterix und Obelix“ beginnt.

Wir leben im Jahr 2008. Und die Römer sind schon lange keine Weltmacht mehr. Aber das Geld. Aktien. Die Börse. Der Finanzskandal greift um sich. Weltweit tobt die Finanzkrise der Banken. Alle sind davon betroffen. Alle? Nein!

Ein von unbeugsamen Bürgern bevölkertes Dorf in Süddeutschland trägt sein Geld auf die dort ansässige Genossenschaftsbank und kommentiert die finanzielle Misere um sie herum lediglich mit einem Schulterzucken.
„Das gibt’s doch nicht!“, meinen Sie? Doch, das gibt es.

Gammesfeld heißt dieses 500-Einwohner-Dorf und liegt im nordöstlichen Baden-Württemberg an der Grenze zu Bayern. Die Ein-Mann-Bank trotzt seit Jahrzehnten der Globalisierung. 40 Jahre lang bis zum Sommer war Fritz Vogt (78) der Chef.


Computer? Geldautomat? Viel zu teuer!

Computer? Geldautomat? Viel zu teuer, dann müsste die Bank schließen. Oder sich mit anderen zusammenschließen und die Eigenständigkeit aufgeben.

Das kam für Fritz Vogt nie in Frage. Wer Geld wollte, konnte jederzeit bei ihm an der Haustür klingeln. Nur nicht Mittwochabend, denn da ist er im Kirchenchor.

Auch sein Nachfolger Peter Breiter (36) ist außerhalb der Geschäftszeiten für die Kundschaft da. In seiner Bank gibt es Kredite, Girokonten und Sparbücher. Schluss. Mehr nicht.


»Die Finanzkrise zieht völlig an uns vorbei«

Ein Kredit kostet 4,25 Prozent Zinsen, auf das Sparbuch gibt es drei Prozent. Früher oft belächelt, wäre heute mancher Bankchef froh, in seiner Haut zu stecken.

„Die Finanzkrise zieht völlig an uns vorbei“, sagt Peter Breiter. Anstrengend sei nur das plötzliche Medieninteresse an dieser Bank. Zeitungen und Fernsehsender rennen ihm die Tür ein. – Und wer weiß, vielleicht ist diese kleine Bank zukunftsweisend?

Dieser Beitrag wurde am 21.10.2008 um 10.02 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte