Friseur-Gespräch
Bischöfin warnt vor Schönheitswahn

Schönheit ist relativ - und vergänglich: Bischöfin Käßmann warnt vor Oberflächlichkeit. Foto: Anna Karwowska
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat vor Schönheitswahn gewarnt.
»Ich freue mich über schöne Menschen, aber alles auf die Schönheit zu reduzieren, finde ich gefährlich«, sagte sie bei einer neuen Folge der Internet-Talkshow »12 Orte - 12 Gespräche«. Dabei diskutierte die Bischöfin mit ihrem Friseur Peter Grontzki in dessen Frisiersalon. »Wenn Menschen nur noch damit beschäftigt sind, wie sie aussehen, ist das eine total eingeengte Lebensperspektive«.
Eingeengte Lebensperspektive
Ein Unfall oder eine Krankheit könnten jederzeit alle Pläne durchkreuzen. »Schönheit ist vergänglich, alles andere bleibt«, sagte die Bischöfin auch im Blick auf Schönheitsoperationen.
Sie wandte sich auch eine geradezu zwanghafte Sucht älterer Menschen, sich Falten wegoperieren zu lassen: »Wenn ich jemanden sehe, der 60 Jahre alt ist und keine einzige Falte hat, ist das gegen das Leben.
Schönheit der Weisheit und Erfahrung
Das Leben prägt auch ein Gesicht.« Faltenfreiheit werde von manchen geradezu angebetet. Die Bibel berichte von einer Schönheit gerade alter Menschen, bei der nicht alle Falten wegradiert seien: »Es gibt auch eine Schönheit der Weisheit und der Erfahrung.«
In der neuen Sendereihe »12 Orte - 12 Gespräche«will Bischöfin Käßmann an zwölf für die Kirche ungewöhnlichen Orten mit besonderen Menschen ins Gespräch kommen.
Die hannoversche Landeskirche hat dafür als erste in Deutschland mit einer neuen Technik ein Format entwickelt, das live und in Fernsehqualität im Internet verfolgt werden kann.
Dieser Beitrag wurde am 9.10.2009 um 09.12 Uhr veröffentlicht.
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