Mitglied im Kuratorium
Wulff steht zu Engagement für »ProChrist«

Evangelisation von »ProChrist« mit dem »Flaggschiff« der Vereinigung, Ulrich Parzany. Foto: UK-Archiv
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) steht trotz Kritik zu seinem Engagement für die missionarische Vereinigung »ProChrist«.
Falls Wulff am 30. Juni zum Bundespräsidenten gewählt werde, kämen jedoch alle Mitgliedschaften auf den Prüfstand, teilte die Staatskanzlei dem epd auf Anfrage mit. Dann werde entschieden, ob sie fortgeführt würden. Die theologische konservative Organisation »ProChrist« veranstaltet mehrtägige missionarische Großveranstaltungen, die per Satellit in zahlreiche Städte übertragen werden.
Wulff gehört zum Kuratorium der Vereinigung.
Die Religionswissenschaft lehrende Theologin Kirsten Dietrich (Potsdam) hatte auf Deutschlandradio Kultur gefordert, Wulff solle diesen Posten aufgeben. Er passe nicht zum möglichen Amt eines Bundespräsidenten.
In der von »ProChrist« vertretenen evangelikalen Bewegung würden etwa Homosexuelle nicht akzeptiert, hatte Dietrich erklärt. Ähnlich wie sie hatte Mitte Juni bereits die niedersächsische Fraktion der »Linken« argumentiert. »ProChrist« wende sich gegen Schwule und gegen Abtreibung, hieß es.
Nach Angaben der Staatskanzlei hatte sich Wulff vor fünf Jahren bereiterklärt, im Kuratorium mitzuwirken, weil diesem auch der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, angehörte.
Im Februar 2006 habe er ein Grußwort für eine regionale Veranstaltung in Holzminden erstellt. Darüber hinaus seien keine weiteren Grußworte bekannt.
Bei der Organisation gebe es keine festgelegten Glaubensgrundsätze und Wulff teile nicht die Meinung einzelner Vertreter von »ProChrist«, hieß es weiter.
Zum Kuratorium gehören auch Politiker wie Günther Beckstein (CSU) oder Hans-Jochen Vogel (SPD). epd
Dieser Beitrag wurde am 24.6.2010 um 12.55 Uhr veröffentlicht.
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