Mehr Phantasie für den Frieden
SPD-Chef dankt Kirchen für Afghanistan-Kritik

Sigmar Gabriel
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat den Kirchen für ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz gedankt.
»Wer, wenn nicht die Kirchen dieser Welt haben das Recht - wenn nicht sogar die Pflicht - mehr Phantasie für den Frieden einzufordern?«, sagte Gabriel bei einer Afghanistan-Konferenz der SPD. Deutschland sei ein armseliges Land, wenn kritische Einmischung und das Hinterfragen von Entscheidungen nicht begrüßt würden.
Die umstrittene Neujahrspredigt der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, bezeichnete Gabriel als »klug und differenziert«. Sie sei klüger und differenzierter gewesen als mancher Kritiker der Predigt.
Käßmann hatte zum Jahreswechsel mehrfach den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan kritisiert und einen Plan für den Abzug der deutschen Soldaten gefordert. Dafür war sie aus den Reihen der Politik kritisiert worden.
Gabriel dankte auch dem Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der kürzlich mit Blick auf Afghanistan einen »gerechten Frieden« angemahnt hatte. Der SPD-Parteichef rief in seiner Rede eine EKD-Denkschrift von 2007 in Erinnerung.
Darin heiße es, bewaffnetes Eingreifen als äußerstes Mittel nicht vollständig auszuschließen. Militärische Maßnahmen müssten Bestandteil einer Friedenspolitik unter dem Primat des Zivilen bleiben. »Diesen Grundsatz teile ich uneingeschränkt«, sagte Gabriel. epd
Dieser Beitrag wurde am 23.1.2010 um 19.07 Uhr veröffentlicht.
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