Benedikt XVI im Bundestag
SPD-Abgeordnete wollen Papst-Rede boykottieren

Papst Benedikt XVI auf einer Sonderbriefmarke anlässlich seines 80. Geburtstags 2007. Foto: Wikipedia
Mehrere Bundestagsabgeordnete der SPD wollen offenbar die Rede von Papst Benedikt XVI. am 22. September im Bundestag boykottieren.
In einer geplanten Erklärung werfen sie dem Oberhaupt der Katholischen Kirche »Missionierung« und eine Mitschuld an der Unterdrückung von Millionen Menschen vor. Das geht aus dem Textentwurf des Bundestagsabgeordneten Rolf Schwanitz (SPD) hervor, der der in Düsseldorf erscheinenden »Rheinischen Post« vorliegt.
^Der Abgeordnete aus dem sächsischen Plauen ist Sprecher der Arbeitsgruppe »Laizisten in der SPD«.
»Wir lehnen die dem Papst eröffnete Möglichkeit einer Rede vor dem Bundestag ab und werden uns an diesem Ereignis nicht beteiligen«, heißt es in dem Entwurf, der nach Zeitungsangaben an 146 Abgeordnete mit der Bitte um Unterzeichnung verschickt wurde.
Die Rede des Papstes sei mit dem »Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates unvereinbar.«
Der Bundestag werde als »schmückendes Beiwerk« missbraucht. Das Parlament sei aber kein Ort der »religiösen Missionierung«, schreibt Schwanitz.
In dem Anschreiben betont der Abgeordnete, dass »weitere Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion nicht bereit sein werden, als Auditorium für die Plenarrede des Papstes zur Verfügung zu stehen«.
Mit dem Papst trete zum ersten Mal ein Gast an das Rednerpult, der die »Mehrheit der Deutschen für verdammungswürdig hält«.
Mehr als zwei Drittel der Deutschen, die sich gegen den katholischen Glauben entschieden hätten, würden »stigmatisiert«. epd
Dieser Beitrag wurde am 25.6.2011 um 10.38 Uhr veröffentlicht.
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