Armut im Alter
Rentner müssen häufig für Lebensunterhalt arbeiten

Quietschfideles Rentnerdasein im eigenen Garten? Für immer mehr Senioren blbt das ein Traum - sie müssen zur Rente »dazuverdienen«, um über die Runden zu kommen. Foto: Frank Oppermann
Immer mehr Rentner müssen arbeiten oder die staatliche Grundsicherung beantragen, um über die Runden zu kommen.
Nach einem Bericht der »Saarbrücker Zeitung« gingen im vergangenen Jahr rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Im Jahr 2000 waren es nur 416.000, wie die Zeitung unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Bundesarbeitsministeriums berichtet.
Die Zahl der geringfügig jobbenden Rentner stieg demnach binnen zehn Jahren um fast 60 Prozent.
Ihr Anteil an der Gesamtzahl aller Rentner erhöhte sich seit dem Jahr 2000 von 3 auf 3,9 Prozent. Im Jahr 2009 beantragten und erhielten nach den vorliegenden Zahlen zudem 400.000 Menschen über 65 Jahre die staatliche Grundsicherung im Alter.
Das entspricht einer Steigerung um 55 Prozent gegenüber 2003.
Hintergrund der Entwicklung ist dem Bericht zufolge die Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und gebrochener Erwerbsbiografien.
Das Sozialministerium plant für den Herbst einen »Regierungsdialog Rente«.
Anfang kommenden Jahres solle ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, mit dem das Rentensystem so angepasst werden solle, »dass Armutsgefährdung im Alter nicht zunimmt«, erklärte das Ministerium. epd
Dieser Beitrag wurde am 22.8.2011 um 11.19 Uhr veröffentlicht.
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