Gespräch mit Guttenberg
Käßmann sieht ihre Position verstanden

Margot Käßmann
Nach ihrem Gespräch mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht sich die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, in ihrer Position verstanden.
Der Minister habe die Forderung nach einer konkreten Abzugsstrategie auch ernst genommen, sagte Käßmann. Die Kritik am Bundeswehr-Einsatz sei keine an den Soldaten gewesen.
Für sie sei wichtig, dass sie keine Käßmann'sche Sondermeinung, sondern die Meinung der evangelischen Kirche vertreten habe, unterstrich die Theologin.
In ihrer Neujahrspredigt in der Dresdner Frauenkirche hatte Käßmann gesagt, in Afghanistan schüfen Waffen »offensichtlich auch keinen Frieden«. Dies war als Forderung nach einem schnellen Abzug der Bundeswehr verstanden worden.
Bei Regierung und Opposition gab es zum Teil scharfen Widerspruch. Käßmann erklärte daraufhin, sie habe nie den sofortigen Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan verlangt.
Die EKD-Ratsvorsitzende betonte erneut, dass das Militärische jedoch nur im Hintergrund dem zivilen Aufbau dienen müsse. »Wir als Kirche haben ganz klar gesagt, wir sehen den Vorrang von zivilem Aufbau nicht mehr«, sagte die Bischöfin.
Zu der Kritik an ihrer Predigt sagte Käßmann, wer die Predigt wie der Verteidigungsminister gelesen habe, verstehe den Zusammenhang, in dem der Satz »Nichts ist gut in Afghanistan« gefallen sei. Auch Guttenberg sehe sehr wohl die Schwierigkeit der Lage in dem Land am Hindukusch. epd
Dieser Beitrag wurde am 12.1.2010 um 13.27 Uhr veröffentlicht.
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