UK - Unsere Kirche > Startseite
Sonntag, 29.05.2016
Sie sind hier: UK  > Gesellschaft > Politik > Kirchen in politischen Debatten anerkannt

UK-Buch der Woche

Peter Wick: Jona

Werbung

Studie

Kirchen in politischen Debatten anerkannt

Politik sucht auch die Nähe zur Kirche: Hier Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag 2010. Foto: gmh

Politik sucht auch die Nähe zur Kirche: Hier Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag 2010. Foto: gmh

Die christlichen Kirchen in Deutschland sind nach einer Studie der Uni Münster in politischen Debatten erfolgreich und können die mediale Berichterstattung beeinflussen.

»Sie bedienen sich seit Jahrzehnten professioneller politischer Instrumente«, erklärte die katholische Theologin und Soziologin Judith Könemann vom Exzellenzcluster »Religion und Politik« der Uni Münster. Trotz voranschreitender Säkularisierung der Gesellschaft würden Kirchen vor allem in ethischen, sozial- und bildungspolitischen Debatten auch von nicht-religiösen Akteuren anerkannt.

In Debatten über Menschenwürde, Zuwanderung oder Integration benutzen Kirchenvertreter dabei in fast 60 Prozent der untersuchten Äußerungen rein weltliche Begründungen, betonte Könemann.

Der Bezug auf Jesus und Gott stehe nur an neunter Stelle der verwandten Argumente. Die Quellen belegten »ein starkes Selbstverständnis der Kirchen, die Welt in Politik und Gesellschaft mitzugestalten«, hieß es weiter.

Das Team der Wissenschaftlerin Könemann hatte politische Stellungnahmen von Kirchenvertretern in rund 1.500 Medienberichten aus den Jahren 1970 bis 2004 untersucht, wobei der Schwerpunkt auf langjährigen Debatten über Abtreibung und Zuwanderung lag.

In den 1980er Jahren forderten die Kirchen eine Auseinandersetzung mit Fremdenfeindlichkeit und warben für die Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen, hieß es weiter.

»Die Kirchen leisteten dabei eine erstaunliche und komplexe Vermittlungsarbeit zwischen der Logik des politischen, religiösen und sozialen Bereichs«.

Bei den analysierten kirchlichen Stellungnahmen stützten sich die Wissenschaftler auf tausend Berichte aus Printmedien wie »Der Spiegel«, »Süddeutsche Zeitung« und »Frankfurter Allgemeine Zeitung« sowie Nachrichten und Berichte des Evangelischen Pressedienstes (epd), der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) und regionaler Kirchenzeitungen aus dem Zeitraum von 1970 bis 2004.

Fast alle politischen Formulierungen der Kirchen sind laut Studie an die jeweils aktuelle Diskussion angepasst.

Die Kirchen zeigten dabei Handlungsmuster zivilgesellschaftlicher Akteure wie die mediale Einflussnahme auf die öffentliche Meinung, das Auftreten als »Wächterrat« und die Interessenvertretung gesellschaftlicher Gruppen. So seien sie immer wieder als Anwälte der Migranten eingetreten. epd

Dieser Beitrag wurde am 29.4.2014 um 08.47 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Alwite schrieb am 30.04.2014 10:31:

Wenn Ihr Land und das meinige aufgrund der Lehren zusammenkommen die von Christus in der Bergpredigt niedergelegt wurden, werden wir die Probleme gelöst haben, nicht nur diejenigen unserer Länder, sondern auch die der ganzen Welt.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G. 1869-1948) indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte