»Mobiles Frauengefängnis«
FDP-Politiker Tören regt Burka-Verbot an

Im politischen Sommerloch fordert der FDP-Politiker Serkan Tören jetzt ein Burka-Verbot. Foto: UK-Archiv
Der FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören will die islamische Ganzkörperverschleierung aus der Öffentlichkeit verbannen.
Auch in Deutschland sollte über ein Burka-Verbot nachgedacht werden, schreibt Tören in einem Beitrag für die Tageszeitung »Die Welt«. »Das Tragen der Burka ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.« Die Ganzkörperverschleierung sei nicht nur »ein mobiles Frauengefängnis«, sondern richte sich auch gegen Werte wie Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung.
Die Begegnung mit offenem Gesicht gehöre zur aufgeklärten und freien Gesellschaft.
Der türkischstämmige FDP-Politiker, der dem Bundestagsinnenausschuss angehört, verweist auch auf einen Sicherheitsaspekt. Es sei nicht hinzunehmen, dass verschleierte Personen im öffentlichen Raum nicht erkannt werden könnten.
In mehreren europäischen Ländern wird über ein Verbot der Vollverschleierung muslimischer Frauen debattiert.
Im Juli hatte in Frankreich die Nationalversammlung für ein Burka-Verbot gestimmt. Bereits im Frühjahr hatte Belgien ein Gesetz beschlossen, das Frauen das Tragen des Ganzkörperschleiers in der Öffentlichkeit verbietet.
Hingegen sprachen sich in Deutschland Politiker aus verschiedenen Parteien gegen eine solches Verbot aus.
Sie verwiesen auf das Persönlichkeitsrecht und die sehr geringe Zahl von Burka-Trägerinnen. epd
Dieser Beitrag wurde am 11.8.2010 um 09.06 Uhr veröffentlicht.
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| Anke Beilharz-Wüster schrieb am 11.08.2010 17:37: Wessen Persönlichkeitsrecht? Das der Frau - die sich verstecken muss! um die Männer vor der Sünde zu bewahren? - oder das der Männer, die dann nicht mehr vor dem Anblick der Frau geschützt werden? |
| We-Ha schrieb am 13.08.2010 08:27: Warum habe ich nur den Eindruck, dass in bestimmten Sachen mit zweierlei Maße gemessen wird ? Wieso meint man dann bei Burkas, es nicht regulieren zu müßen ? |
| Ruckzuck schrieb am 14.08.2010 12:25: Es wäre wirklich zweckdienlich, wenn die (wenigen, aber oft tonangebenden) Gutmeinenden endlich aufwachen würden aus ihren Träumen von edler Gesinnung bei allem, was fremd, exotisch, bedrängt oder hierzulande eine Minderheit ist. Man KANN in vielen Fällen "Religions"freiheit mit Glaubens- und Gewissensfreiheit eben nicht unter einen Hut bringen - nämlich dann, wenn "die Religion" (bzw. die Macho-Männer, die eigentlich immer dahinter stecken) extremistisch und intolerant ist bis hin zu Steinigungen und Säure- und was weiß ich noch für -Attentaten. Leider sind nach meiner Beobachtung vieler dieser (subjektiv wirklich) Gutmeinenden Meinungsführer in der evangelischen Kirche. Gut, dass man wenigstens HIER noch mal eine anders lautende Haltung veröffentlichen kann ... |
| denkglaub schrieb am 15.08.2010 17:18: Das Burka-Verbot lenkt von den wirklichen Problemen nur ab. Und alle im Erziehungsprozess beteiligten (Erzieher, Lehrer, Jugendamt, Familiengericht usw.) müssen ermutigt und in die Lage versetzt werden, konsequent an einem Strang zu ziehen. Das ist schon lange überfällig, an vielen Stellen hat man schon viel zu lange resigniert. Hier muss jetzt entschlossen gehandelt werden. Ob ein paar Frauen hingegen eine Bruka tragen oder nicht ist angesichts der Gewaltfrage in manchen Bereichen der muslimischen Erziehung von absolut untergeordneter Bedeutung. |
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