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Skepsis bei Verbänden

Bahr will Pflege-Wohngemeinschaften fördern

<b>Menschen sollen solange wie möglich</b> im häuslichen Umfeld bleiben, meint Gesundheitsminister Bahr. Verbände sind skeptisch. Foto: Gordon Grand

Menschen sollen solange wie möglich im häuslichen Umfeld bleiben, meint Gesundheitsminister Bahr. Verbände sind skeptisch. Foto: Gordon Grand

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will Wohngemeinschaften mit Pflegebedürftigen finanziell fördern.

»Die Menschen wollen so lange wie möglich in ihrem häuslichen Umfeld bleiben«, sagte Bahr Journalisten. Daher seien neue Wohnformen für Pflegebedürftige gefragt, die noch keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung bräuchten. Verbände reagierten skeptisch auf den Vorstoß. In einer Wohngemeinschaft mit vier Bewohnern könnten für ein solches Projekt bis zu 3.400 Euro monatlich zur Verfügung stehen.

Daneben sei ein »Initiativprogramm« von 30 Millionen Euro aufgelegt worden, mit dem Umbauten finanziert werden können, die zum Beispiel im Badezimmer nötig seien. Dies seien bis zu 2.500 Euro einmalig pro WG-Bewohner.

Die Beträge sollen aus Beitragsgeldern finanziert werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, sagte dem »Hamburger Abendblatt«, Wohngemeinschaften seien zwar eine immer wichtiger werdende Säule in der Pflege älterer Menschen.

Er warnte jedoch davor, den Ausbau von Pflege-WGs insgeheim mit dem Ziel der Kosteneinsparung betreiben zu wollen.

»Auch in den Heimen gibt es einen großen Reform- und Finanzbedarf, um auch künftig allen Menschen eine passgenaue Pflege anbieten zu können«, sagte Schneider. Bahrs Initiative könne kein Ersatz sein für die notwendige umfassende Pflegereform, »die die Koalition bereits vor zwei Jahren angekündigt hat«, kritisierte Schneider.

Eugen Brysch von der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung äußerte Zweifel an der Attraktivität von solchen Wohngruppen für ältere Menschen: »Wer will sein Zuhause verlassen, wenn er keine Rund-um-die-Uhr-Versorgung braucht?«

Niemand habe Interesse, »mit drei Pflegebedürftigen ohne Betreuung vor Ort und Kontrolle durch die Heimaufsicht in eine Zwischenunterkunft zu wechseln«.

Manche private Wohngruppen seien »Elendsquartiere am Rande der Legalität«, so Brysch. epd

Dieser Beitrag wurde am 8.2.2012 um 12.58 Uhr veröffentlicht.

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