Billiglöhne sind teuer
Armut trotz Vollzeitjob kostet den Staat Milliarden

Harz iV. trotz Vollzeitjob: Der Staat muss Billiglöhne mit Milliarden Euro unterstützen. Foto: Pizuttipics
Billiglöhne kommen den Staat teuer zu stehen.
Nach einem Bericht der »Saarbrücker Zeitung« musste der Bund im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Euro aufwenden, um Geringverdienern mit einem Vollzeitjob das Existenzminimum zu sichern. Rechne man noch die Betroffenen mit einem sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjob hinzu, so habe der Staat sogar vier Milliarden Euro für die sogenannten Hartz-IV-»Aufstocker« beigesteuert.
Die Zeitung beruft sich auf eine aktuelle Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Trotz guter Arbeitmarktlage gebe es immer noch rund 560.000 sozialversicherte Beschäftigte, die zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind, heißt es in dem Bericht weiter. Die Hälfte der Betroffenen verdiente nicht mehr als 6,50 Euro pro Stunde, jeder vierte bekam sogar nur einen Stundenlohn von unter fünf Euro.
»Armut trotz Erwerbslosigkeit konzentriert sich insbesondere auf einzelne Branchen«, sagte der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy dem Blatt. Besonders hoch sei das Risiko, zum Aufstocker zu werden, in der Zeitarbeit.
Etwa jeder zehnte Leiharbeiter habe im Vorjahr zusätzlich Hartz IV bezogen.
Im Gastgewerbe seien es 8,4 Prozent aller Beschäftigten gewesen. epd
Dieser Beitrag wurde am 10.1.2012 um 11.39 Uhr veröffentlicht.
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