Militärbischof begrüßt Abzugsperspektive
Afghanische Nation muss Verantwortung selbst übernehmen

Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann begrüßt den Bundestagsbeschluss zur Mandatsverlängerung für Afghanistan.
»Die Verlängerung ist notwendig, aber auch die klare Zielperspektive ist sinnvoll und hilfreich«, erklärte Dutzmann in Berlin. Dieses Mandat sei deutlicher als bei den bisherigen Verlängerungen mit der Perspektive des Abzugs der deutschen Soldaten im Jahr 2014 verbunden, lobte der Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
Die internationale Gemeinschaft erkenne damit die Notwendigkeit an, dass die afghanische Nation die Verantwortung für ihre Sicherheit selbst übernehme, erklärte Dutzmann, der im Hauptamt Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche ist. Damit nehme das Land seinen Platz als souveränes, gleichberechtigtes Mitglied dieser Gemeinschaft ein.
Für die deutschen Soldaten bedeutet die Mandatsverlängerung nach Einschätzung Dutzmanns »eine Fortsetzung der besonderen Belastungen des Einsatzes«.
Solange seien Familien und Freunde in Sorge und beteten für eine sichere Rückkehr. Sie hätten aber jetzt eine Antwort auf die Frage, wie lange diese Anspannung noch anhalten solle. »Die Militärseelsorge weiß sich den Bundeswehrangehörigen und ihren Familien verbunden und wird sie in dieser Situation begleiten«, betonte der Theologe.
Er hoffe und bete, dass sich Afghanistan weiter zu einem Land entwickle, das in Frieden leben könne und von dem Frieden ausgehe.
»Den deutschen Soldatinnen und Soldaten wünsche ich, dass sie am Ende dieses Mandats sehen könne, dass ihr Einsatz sinnvoll war - und vor allem eine sichere Heimkehr und Gottes Bewahrung.«
Der Bundestag hatte zuvor einer Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr um ein weiteres Jahr zugestimmt. Zugleich wird erstmals die Obergrenze der eingesetzten Soldaten herabgesetzt. Ab 2012 sollen nur noch bis zu 4.900 Soldaten statt bisher bis zu 5.350 am Hindukusch tätig sein.
Für die Verlängerung votierten 424 Abgeordnete, dagegen stimmten 107. 38 Parlamentarier enthielten sich. epd
Dieser Beitrag wurde am 27.1.2012 um 09.36 Uhr veröffentlicht.
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