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ver.di für kostenlose Kindergärten

Wohlfahrtsverbände fordern mehr Geld für Kitas

<b>Bürokratisch und pädagogikfeindlich</b>: Wohlfahrtsverbände und ver.di haben am Kindergartengesetz »KiBiz« erneut kein gutes Haar gelassen. Foto: gnat

Bürokratisch und pädagogikfeindlich: Wohlfahrtsverbände und ver.di haben am Kindergartengesetz »KiBiz« erneut kein gutes Haar gelassen. Foto: gnat

Sieben Wochen vor der Landtagswahl in NRW haben Wohlfahrtsverbände und die Gewerkschaft ver.di erneut das Kindergartengesetz KiBiz kritisiert.

Die Wohlfahrtsverbände forderten von der Landesregierung mehr Geld für die zusätzlichen Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren in Kindertagesstätten, weil die Nachfrage viel höher sei als ursprünglich erwartet. ver.di nannte das KiBiz »bürokratisch und pädagogikfeindlich« und legte einen eigenen Gesetzentwurf für kostenlose Kindergärten vor.

»Der tatsächliche Betreuungsbedarf von Familien von Kindern unter drei Jahren wurde bislang unterschätzt«, sagte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG), Andreas Meiwes.

Vor allem die gebuchten Stundenkontingente seien höher als zuvor angenommen, sagte der Essener Caritasdirektor. Die Verbände fordern, die Kind-Pauschalen zu erhöhen, um die steigenden Personal- und Verwaltungskosten aufzufangen.

Zugleich bemängelte der LAG-Vorsitzende die fehlenden räumlichen Voraussetzungen für die zunehmende Zahl von Kindern in den Einrichtungen. Das vorhandene Raumprogramm müsse dringend angepasst und erweitert werden.

Im Rahmen des aktuellen Landeshaushaltes sollten Mittel für diese Investitionen eingestellt werden. Der Münsteraner Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann kritisierte darüber hinaus die unterschiedlichen kommunalen Elternbeiträge: »Das KiBiz ist überall in NRW anders.«

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di legte einen eigenen Gesetzentwurf für Kindertagesstätten vor, der eine Beitragsfreiheit für Eltern vorsieht. So könne man frühkindlicher Bildung, Erziehung und Betreuung aller Kinder den Status einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe geben, erklärte Ver.di-Landeschefin Gabriele Schmidt.

Jedes Kind soll nach den Vorstellungen von ver.di ein Anrecht auf ein kostenloses gesundes und warmes Mittagessen haben. Im Interesse der Eltern sollten flexible Öffnungszeiten von maximal zwölf Stunden in einem Korridor von 6 bis 19 Uhr angeboten werden.

Als Regelöffnungszeit sind acht Stunden in einem Korridor von 7 bis 17 Uhr vorgesehen.

Durch eine Absenkung der Gruppengröße je nach Alter auf 18 bis 20 Kinder könne der Bildungsprozess der Kinder wesentlich besser gefördert werden, erklärte die Gewerkschafterin. Sichergestellt werden muss nach ihren Worten der Einsatz von mindestens zwei sozialpädagogischen und weiteren Fachkräften.

Berufspraktikantinnen und -praktikanten dürften nicht mehr auf den Stellenschlüssel angerechnet werden. Um die »Fachkraft-Kind-Relation« einzuhalten, komme man nicht umhin, 20 Prozent zusätzliche Fachkräfte einzustellen.

Die CDU-Landtagsfraktion wies den Gesetzentwurf der Gewerkschaft in einer ersten Stellungnahme zurück. Die Forderung nach Beitragsfreiheit sei »populistisch« und habe keinen seriösen Vorschlag der Gegenfinanzierung, kritisierte die kinderpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Marie-Theres Kastner.

»Für das Jahr 2011 wurde eine Revision des KiBiz verabredet. Daran werden wir uns halten,« erklärte Kastner. Dann werde auch geprüft, »wo sich das KiBiz bewährt hat und wo nachgesteuert werden muss.«

Grüne und SPD begrüßten dagegen den ver.di-Vorstoß. Die Grünen teilten die Kritik an der allgemeinen Unterfinanzierung, einer ausufernden Bürokratie und der zu geringen Personalausstattung im KiBiz, sagte deren jugendpolitische Sprecherin Andrea Asch. epd

Dieser Beitrag wurde am 19.3.2010 um 09.59 Uhr veröffentlicht.

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