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Studie: Ärzte nehmen Lebensverkürzung in Kauf

<b>Schnellerer Tod</b> durch gezielten Medikamenteneinsatz? Laut eine Studie sollen Ärzte in zahlreichen Fällen bewusst die Verkürzung der Lebenszeit in Kauf genommen haben. Foto:  pix4U

Schnellerer Tod durch gezielten Medikamenteneinsatz? Laut eine Studie sollen Ärzte in zahlreichen Fällen bewusst die Verkürzung der Lebenszeit in Kauf genommen haben. Foto: pix4U

Bei der Behandlung von Patienten in der letzten Lebensphase nehmen Ärzte eine mögliche Lebensverkürzung bewusst in Kauf.

Nach einer Studie von Medizinethikern der Ruhr-Universität Bochum gaben die befragten Palliativmediziner an, bei mehr als drei Viertel ihrer Patienten mit symptomlindernden Maßnahmen möglicherweise die Lebenszeit verkürzt zu haben. In 69 Prozent der 780 ausgewerteten Todesfälle wurden therapeutische Maßnahmen begrenzt, wodurch der Tod früher eingetreten sein könnte.

In zehn Fällen gaben die Ärzte der Studie zufolge sogar an, den Tod der Patienten gezielt durch Substanzen absichtlich herbeigeführt zu haben.

Die Forscher vom Institut für Medizinische Ethik der Ruhr-Uni hatten für die Studie ärztliche Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin anonym zu ihren Therapieentscheidungen befragt.

»Es ist bemerkenswert, dass ein Teil der befragten Ärztinnen und Ärzte eine Verkürzung des Lebens als Konsequenz ärztlichen Handelns nicht nur vorhersieht, sondern beabsichtigt«, erklärte Jan Schildmann, einer der Autoren der Studie.

In 47 Fällen seien die Patienten außerdem nicht über die mögliche Lebensverkürzung informiert worden, obgleich sie zum Zeitpunkt der Entscheidung als selbstbestimmungsfähig eingeschätzt worden seien.

Der Vorsitzende der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, bezeichnete die Ergebnisse als »in höchstem Maße alarmierend«. Er rief die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und die Bundesärztekammer auf, in der Ärzteschaft für ethische und rechtliche Klarheit zu sorgen.

Das Selbstbestimmungsrecht schwerstkranker Menschen sei zu achten, sagte Brysch. epd

Dieser Beitrag wurde am 7.9.2010 um 07.50 Uhr veröffentlicht.

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