UK - Unsere Kirche > Startseite
Samstag, 11.02.2012
Sie sind hier: UK  > Gesellschaft > Diakonie > Sozial-Sightseeing durch Berlin im Maserati

Die UK-Weblogs

Chefsache

Viele Wahlurnen bleiben leer

4. Stock, links

Die Wolken und Berlin

Werbung

Werbung

Dienstwagenaffäre

Sozial-Sightseeing durch Berlin im Maserati

<b>Bei der Berliner Treberhilfe</b> fuhr man gerne sportlich-exklusiv. Der italienische Nobel-Sportwagen wurde inzwischen verkauft.

Bei der Berliner Treberhilfe fuhr man gerne sportlich-exklusiv. Der italienische Nobel-Sportwagen wurde inzwischen verkauft.

Nach der sogenannten Maserati-Affäre will das Diakonische Werk die Berliner Treberhilfe stärker kontrollieren.

Der wegen seines teuren Dienstwagens in die Kritik geratene Geschäftsführer Harald Ehlert wird sich vorübergehend die »sozialunternehmerische Verantwortung« mit dem kaufmännischen Vorstand des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Thomas Dane, teilen. Der als Dienstwagen der Treberhilfe angemeldete Maserati sei inzwischen für 30.000 Euro verkauft worden.

Die Treberhilfe gGmbH gehört dem Diakonischen Werk an. Nach Angaben der Berliner Senatssozialverwaltung erhielt sie in den Jahren 2008 und 2009 jeweils rund 703.000 Euro an Projektmitteln.

Kosten für Dienstwagen oder Geschäftsführergehälter seien darin nicht enthalten, hieß es weiter.

Sozialsenatorin Carola Bluhm (Linke) forderte von Ehlert vollkommene Transparenz über die Verwendung der Gelder. »Das Ansehen von sozialer und gemeinnütziger Arbeit wird sonst schwer beschädigt.« Sollte die Treberhilfe Berlin den Forderungen nicht nachkommen, sei auch ein Ausschluss aus dem Diakonischen Werk richtig, betonte Bluhm.

Diakonie-Vorstand Dane sprach von einer »wichtigen und engagierten Arbeit« der Mitarbeiter der Treberhilfe in Berlin. Die Diakonie wolle jetzt »sicherstellen, dass diese Arbeit keinen Schaden nimmt und wieder in den Mittelpunkt gerät«. Die Zusammenarbeit mit Ehlert und der Treberhilfe übersteige »die sonst übliche Zusammenarbeit mit einem Mitglied«, fügte Dane hinzu.

Ehlert kündigte für den Verbund der Treberhilfe die Bildung eines Aufsichtsrates an.

Dane erklärte, er werde persönlich die Zusammenarbeit mit der Treberhilfe übernehmen und auch Mitglied des neuen Aufsichtsrates der Treberhilfe gGmbH werden. Es gehe darum »sicherzustellen, dass die Wahrnehmung der Treberhilfe künftig keinen Anlass mehr zu öffentlichen Irritationen gibt«.

Künftig sollen nur noch »angemessene Fahrzeuge« zum Einsatz kommen.

»Wir fühlen uns den Menschen verpflichtet und nicht den Medien und dem Maserati«, sagte Ehlert zur Begründung des Maserati-Verkaufs. »Wenn die Bürger der Stadt sagen, wir wollen den Sozial-Maserati nicht, dann beugen wir uns.«

Die am Montag angekündigten »Stadtrundfahrten durch das soziale Berlin« mit der italienischen Nobelkarosse als »Transparenz-Mobil« sollen seinen Angaben zufolge künftig mit Ersatzfahrzeugen angeboten werden. Für das Sozial-Sightseeing seien bislang rund 90 Anfragen eingegangen.

Die Treberhilfe entstand nach eigenen Angaben 1988 aus der Fusion zweier Vereine im Berliner Stadtteil Schöneberg.

Das Sozialwerk beschäftigt derzeit nach eigenen Angaben rund 280 Mitarbeiter in zahlreichen, auch vom Berliner Senat geförderten Projekten in der Straßensozialarbeit und der Betreuung wohnungsloser Menschen.

Die Treberhilfe gGmbH gehört je zur Hälfte dem Geschäftsführer und dem Verein der Treberhilfe.

Die gGmbH gehört dem Diakonischen Werk, der Verein Treberhilfe dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband an. epd

Dieser Beitrag wurde am 25.2.2010 um 08.48 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte