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Pflegenoten

»Sinnvoll, aber noch verbesserungsfähig«

<b>Die eigentliche Pflege</b> soll nach Ansicht von Experten künftig stärker bei der Benotung gewichtet werden. Foto: UK-Archiv

Die eigentliche Pflege soll nach Ansicht von Experten künftig stärker bei der Benotung gewichtet werden. Foto: UK-Archiv

Pflegenoten für die Qualität von Heimen und Pflegediensten zu vergeben, ist einer neuen Untersuchung zufolge sinnvoll, die Prüfungen müssten aber verbessert werden.

Dieses Ergebnis einer Auswertung der bisherigen Erfahrungen mit den Benotungen legten der Spitzenverband der Krankenkassen, die Sozialhilfeträger und Verbände von Pflegeträgern in Berlin vor. Die Pflegewissenschaftlerinnen Martina Hasseler aus Hamburg und Karin Wolf-Ostermann aus Berlin empfehlen unter anderem, die Qualität der eigentlichen Pflege stärker zu gewichten als andere Bereiche.

Bisher basieren die Prüfungen der Heime offenbar außerdem häufiger auf der Begutachtung einer zu geringen Zahl von Pflegebedürftigen.

Auch werde zu wenig berücksichtigt, wie die Pflegebedürftigen selbst ihre Situation einschätzen.

Der Bundesverband privater Pflegeanbieter empfahl, stärker auf die Einzelnoten für die Pflege, die Unterbringung oder die sozialen Angebote schauen als auf die Gesamtnote.

Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, erklärte, man müsse kurzfristig reagieren und die Empfehlung der Wissenschaftlerinnen beherzigen, Risikofaktoren für Pflegebedürftige höher zu gewichten.

Dies betreffe die Flüssigkeitsversorgung, die Ernährung und die Vermeidung von Druckgeschwüren.

Die Noten waren in die Kritik geraten, weil auch Heime mit einer schlechten Pflege gute Gesamtnoten bekommen können, wenn sie in anderen Bereichen punkten.

In Rheinland-Pfalz war die Bewertung ausgesetzt worden, nachdem Überprüfungen der Noten ergeben hatten, dass ambulante Dienste ungerechtfertigt schlechter abschnitten als Heime.

Die Grundlage für die Qualitätstests ist die Pflegereform von 2008.

Seit dem vorigen Jahr werden Heime und Pflegedienste durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen mit Schulnoten bewertet und die Ergebnisse ins Internet gestellt. epd

Dieser Beitrag wurde am 22.7.2010 um 07.23 Uhr veröffentlicht.

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