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Rummelsberger Diakonie prüft Verkauf ihrer Krankenhäuser

<b>Verkauf im Gespräch</b>: Webseite der Rummelsberger Diakonie-Kliniken.

Verkauf im Gespräch: Webseite der Rummelsberger Diakonie-Kliniken.

Die Rummelsberger Diakonie in Bayern plant den Verkauf ihrer Krankenhäuser.

Sie holt derzeit von gewerblichen Klinikbetreibern Angebote für die Übernahme der beiden Kliniken in Rummelsberg und Garmisch-Partenkirchen ein. Erste Zahlen lägen bereits vor, bestätigte Harald Frei, Geschäftsführer der Rummelsberger Unternehmensgruppe, dem epd.

Die Krankenhäuser gelten als Filetstücke des evangelischen Sozialunternehmens. Das Rummelsberger 400-Betten-Krankenhaus genießt vor allem dank seiner orthopädischen Klinik einen ausgezeichneten Ruf.

Die Garmischer Kinder-Rheumaklinik gilt als weltweit größte Spezialklinik ihrer Art. Das 110-Betten-Haus wird derzeit mit Millionenaufwand modernisiert.

Der Klinikverkauf sei eine unter mehreren Optionen, um die ertragsschwache Rummelsberger Diakonie wieder nach vorne zu bringen, sagte Frei. Die Entscheidung müssten die Aufsichtgremien im Februar nach Auswertung der Angebote treffen.

Rummelsberg stehe allerdings nicht unter Verkaufszwang.

Vorerst solle nur festgestellt werden, ob es interessierte Käufer gebe und welcher Preis zu erzielen sei. »Wenn es sich nicht lohnt, behalten wir sie «, sagte er. 2008 schrieben die Rummelsberger Kliniken Frei zufolge rote Zahlen, 2009 rechnet er mit einer schwarzen Null.

Mit 6.400 Beschäftigten und einer Bilanzsumme von 505 Millionen Euro gehört die Rummelsberger Diakonie zu den zehn größten evangelischen Sozialunternehmen in Deutschland.

Sie betreibt 210 Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe, Alten- und Pflegeheime und Schulen. Zentrum ist seit 1905 das Diakoniedorf Rummelsberg bei Nürnberg.

Die Mitarbeiter beider Krankenhäuser wurden Frei zufolge über die Pläne informiert. Sie hätten die Verkaufsüberlegungen »relativ gelassen aufgenommen«, sagte er.

Verärgert sind dagegen die beiden anderen großen evangelischen Sozialunternehmen in Bayern, die Diakonie Neuendettelsau und das Augustinum in München. Anders als gewerbliche Krankenhausträger wurden sie nicht über die Pläne informiert.

Die Diakonie Neuendettelsau sei an einem Gespräch interessiert, sagte Verwaltungsdirektor Markus Horneber dem epd. »Es wäre gut, wenn kirchliche Krankenhäuser in kirchlicher Hand blieben«, sagte er.


Kein Preis »unter Brüdern«

Auch das Augustinum hat nach epd-Informationen Interesse an Übernahmegesprächen. Frei erklärte sich dazu bereit.

Dass die diakonischen Träger von der Angebotsabfrage ausgeschlossen wurden, begründet er damit, dass er im ersten Schritt den realistischen Marktpreis und nicht den »Preis unter Brüdern« erkunden wollte. epd

Internet: Rummelsberger Diakonie

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Dieser Beitrag wurde am 5.1.2010 um 10.59 Uhr veröffentlicht.

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