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Krankenhaus will Pflegequalität überprüfen

<b>Mit einer Reihe von Maßnahmen</b> will das Evangelische Krankenhaus Bielefeld Pflegequalität und Arbeitsbedingungen verbessern. Foto: Ausschnitt www.evkb.de

Mit einer Reihe von Maßnahmen will das Evangelische Krankenhaus Bielefeld Pflegequalität und Arbeitsbedingungen verbessern. Foto: Ausschnitt www.evkb.de

Das bundesweit größte Evangelische Krankenhaus Bielefeld (EvKB) will mit einer Reihe von Maßnahmen die Pflegequalität und die Arbeitsbedingungen verbessern.

Eine externe Prüfung soll ab dem nächsten Jahr die Personalausstattung für die Pflege unter die Lupe nehmen, kündigte der EvKB-Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Oelkers am Montag an. Außerdem soll eine Beschwerde-Hotline für Patienten eingerichtet werden.

Die Mitarbeitervertretung (MAV) begrüßte am Abend die angekündigten Schritte.

Es gebe zwar in einigen Bereichen des Krankenhauses durch notwendige Umstrukturierungen erschwerte Bedingungen, erklärte Oelkers. Patienten des Krankenhauses würden jedoch grundsätzlich sorgfältig und professionell vom pflegerischen und ärztlichen Personal behandelt.

Mit einem durchschnittlichen Verhältnis von Pfleger zu Patient von eins zu 48 stehe das Evangelische Krankenhaus besser als andere Krankenhäuser der Region da.

Der Bundesdurchschnitt betrage eins zu 61,5. Seit 2008 sind laut Oelkers 68 Pflegekräfte mehr eingestellt worden. »In diesem Bereich betreiben wir keinen Abbau, sondern Aufbau«, unterstrich er.

Ziel der eingeleiteten Maßnahmen sei es, trotz »der nicht gerade leichten Pflegebedingungen« zum Wohle der Patienten besser zu werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Ulrich Pohl, der zugleich auch Aufsichtsratsmitglied im EvKB ist.

Klagen von Mitarbeitern und Patienten würden sehr ernst genommen.

Kurzfristige Personalengpässe sollen zudem durch mehr flexibel eingesetzte Pflegekräfte (»Springer«) aufgefangen werden. Zur besseren Qualitätsüberprüfung soll außerdem eine zusätzliche regelmäßige Patientenbefragung beitragen.

Die Mitarbeitervertretung begrüßte die geplante Überprüfung der Pflegequalität.

»Wir gehen davon aus, dass es zu Personalzuwächsen kommt«, sagte der MAV-Vorsitzende Ludger Menebröcker. Zwar seien in den vergangenen Jahren mehr Pflegekräfte eingestellt worden.

Es habe aber zugleich die Intensität der Pflege zugenommen.

Nötig sei vor allem die Aufstockung von qualifiziertem Personal. Bei einer Betriebsversammlung am Montag habe die Geschäftsführung ein hohes Maß an Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die geplanten Schritte würden von den Mitarbeitern unterstützt.

Es komme nun aber auf die Umsetzung an.

Derzeit arbeiten nach offiziellen Angaben insgesamt rund 4.000 Mitarbeiter in dem Krankenhaus, das über 1.500 Betten verfügt. Pro Jahr werden 50.000 Patienten stationär und ebenso viele ambulant behandelt.

Der Umsatz des Krankenhauses wird auf 250 Millionen Euro beziffert.

Nachdem das Krankenhaus in den ersten Jahren mit hohen Defiziten abschloss, wurden Umstrukturierungen eingeleitet. Seit 2006 schreibt es schwarze Zahlen.

Das Großkrankenhaus entstand 2005 aus dem Zusammenschluss von Kliniken Bethels und des Evangelischen Johanneskrankenhauses. epd

Dieser Beitrag wurde am 5.12.2011 um 19.59 Uhr veröffentlicht.

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