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Sterbehilfe

Hospizbewegung über BGH-Urteil gespalten

<b>Beim Sterben helfen?</b> - Auch in der Hospizbewegung gibt es unterschiedliche Ansichten zu diesem schwierigen Thema. Foto: UK-Archiv

Beim Sterben helfen? - Auch in der Hospizbewegung gibt es unterschiedliche Ansichten zu diesem schwierigen Thema. Foto: UK-Archiv

Nach dem Sterbehilfe-Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) Ende Juni gibt es in der Hospizbewegung offenbar Streit über dessen Bewertung.

Der Deutsche Hospiz- und Palliativverband, der das Urteil begrüßt hatte, wandte sich gegen Äußerungen der Deutschen Hospiz-Stiftung zum Richterspruch. Durch die kritische Haltung der Stiftung zum BGH-Grundsatzurteil sei »ein falscher Eindruck in der Öffentlichkeit« entstanden, teilte der Dachverband mit, der nach eigenen Angaben nahezu 1.000 Hospizvereine und Palliativeinrichtungen als Mitglieder hat.

Die Deutsche Hospiz-Stiftung hatte in einer ersten Reaktion auf das BGH-Urteil vom 25. Juni von einem »schwarzen Tag für die Schwerstkranken in Deutschland« gesprochen.

Wenn zur Ermittlung des Patientenwillens ein Vier-Augen-Gespräch ausreiche, sei dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet, so die Stiftung damals. Der Hospiz- und Palliativverband wertete das Urteil dagegen als eine Stärkung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten.

In seinem Grundsatzurteil hatte der BGH den Abbruch lebensverlängernder medizinischer Maßnahmen als passive Sterbehilfe für zulässig erklärt. Die Behandlung von unheilbar erkrankten und selbst nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten dürfe jederzeit abgebrochen werden, wenn der Patient dies zuvor so geäußert oder veranlasst habe, entschieden die Richter in Leipzig.

Dieser Behandlungsabbruch entspreche keiner Tötung auf Verlangen.

Der Dachverband warf der Stiftung vor, weder Dachverband noch Interessenvertretung »hospizlicher« Einrichtungen zu sein. Auch unterstütze die Stiftung weder ambulante noch stationäre Hospiz- und Palliativeinrichtungen »erkennbar«.

Das Urteil wurde von der Bundesregierung, den Parteien und der evangelischen Kirche einhellig begrüßt.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz indes reagierte zurückhaltend. Neben der Hospiz-Stiftung hatte sich auch der Marburger Bund skeptisch geäußert. epd

Dieser Beitrag wurde am 29.7.2010 um 08.11 Uhr veröffentlicht.

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