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Kirchenleitung bedauert Rücktritt

Diakonie-Chef gibt nach einem Jahr auf

Wolfgang Bub

Wolfgang Bub

Der evangelische Landeskirchenrat bedauert den Rücktritt des Chefs der Rummelsberger Diakonie, Wolfgang Bub.

Das kirchenleitende Gremium sei irritiert, dass der Vorstandsvorsitzende der Rummelsberger Anstalten und Rektor der Diakonen-Brüderschaft sich bereits nach einem Jahr gezwungen sehe, seinen Dienst niederzulegen, sagte ein Sprecher der Landeskirche.


Verband wiederholt in den Schlagzeilen

Die Rummelsberger Diakonie sorgte in jüngster Zeit wegen Missbrauchs-Vorwürfen, Bonuszahlungen und hohen Abfindungen für Schlagzeilen. Das Werk betrieb zudem ein Zeitarbeitsunternehmen, das Mitarbeiter zu Niedrigtarifen beschäftigte.

Der 51-jährige Bub hatte zuvor überraschend bekanntgegeben, dass er von seinen Ämtern zurücktrete. Als Gründe nannte er in einer persönlichen Erklärung unzumutbare Belastungen. Mit Rücksicht auf seine Gesundheit und seine Familie gebe er nun die Führungsaufgabe ab.

Querschüsse aus den eigenen Reihen und eine von ihm als unfair empfundene Presse hätten ihn veranlasst, einen Schlusspunkt zu setzen, sagte Bub dem epd.

Bub stand erst seit November vergangenen Jahres als Nachfolger von Karl Heinz Bierlein an der Spitze eines der größten evangelischen Sozialunternehmen in Deutschland mit rund 6.400 Beschäftigten.

Der Landeskirchenrat bedauerte, dass in der aktuellen Situation »mit Bub ein Mann mit ausgewiesenem partizipatorischen Führungsstil nicht erfolgreich arbeiten konnte«.

Ausdrücklich gewürdigt wurde Bub für sein großes Bemühen, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Auch der Verwaltungsratsvorsitzende der Rummelsberger Anstalten, Jörg Kruttschnitt, nannte Bubs Rückzug schmerzhaft.

Die Rummelsberger Diakonie steht wegen Vorgängen, die vor Bubs Amtszeit lagen, unter heftiger öffentlicher Kritik.

Wie bekannt wurde, hatte der vor zwei Jahren zum Rücktritt gezwungene Bub-Vorgänger Karl Heinz Bierlein zusätzlich zu seinem Pfarrersgehalt monatlich 2.000 Euro Sonderzahlungen kassiert.

Außerdem hatte ein im Streit ausgeschiedener Geschäftsführer 450.000 Euro Abfindung bekommen.

Gleichzeitig hatte die Diakonie ein Zeitarbeitsunternehmen betrieben, das Mitarbeiter zu Niedrigtarifen beschäftigte.

Bub war vor seiner Amtszeit in Rummelsberg Dekan in Neumarkt. Er will bis zur Wahl eines Nachfolgers weiterhin zur Verfügung zu stehen. Bub wird in den Dienst der evangelischen Landeskirche zurückgehen. epd

Dieser Beitrag wurde am 9.12.2009 um 12.49 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Schallblech schrieb am 09.12.2009 13:05:

Ich dachte immer, die Diakonie gehört zur Kirche...

MA schrieb am 26.12.2009 09:33:

Eigentlich schon, früher vielleicht mal - aber sie ist heute ein Konzern wie Schlecker, LIDL o.a. befürchte ich
MA

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