Ehemalige Heimkinder
Diakonie beschließt Entschädigungen

Foto: diakonie-nwl.de
Die Diakonie in Nordrhein-Westfalen, der größte diakonische Landesverband, will sich mit fast zwei Millionen Euro am staatlichen Fonds für ehemalige Heimkinder aus den 50er und 60er Jahren beteiligen.
»Wir übernehmen damit Verantwortung für das Leid, das zahlreiche ehemalige Heimkinder in unseren Einrichtungen erfahren mussten«, erklärte Günther Barenhoff (Bild), Vorstand des Diakonischen Werks Westfalen, in Münster.
Dessen Hauptversammlung beschloss nach seinen Angaben am Montag, 710.000 Euro zu dem Fonds beizusteuern.
Aus dem Bereich der rheinischen Diakonie sollen über eine Million Euro in den Fonds fließen. An der Umlage beteiligen sich den Angaben zufolge die Mitgliedseinrichtungen und Landesverbände. Barenhoff ist auch Vorstand des gemeinsamen Vereins Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.
Zwischen 1945 und den 1970er Jahren wuchsen rund 800.000 Kinder in der Bundesrepublik in Heimen auf.
Viele litten unter harter Arbeit und Gewalt. Bund, Länder und Kirchen haben sich auf einen Fonds verständigt, aus dem Betroffene, die heute noch unter Folgeschäden leiden, Hilfeleistungen erhalten sollen.
Insgesamt soll der staatliche Fonds 120 Millionen Euro für Unterstützungsleistungen, Hilfen und Rentausgleichszahlungen bereitstellen.
Nach Angaben der Diakonie sicherte der nordrhein-westfälische Sozialminister Guntram Schneider (SPD) auf der Diakonieversammlung für den Bereich der behinderten Menschen zu, dass es keine Absenkung der Standards in der Behindertenhilfe geben werde.
Für die 150.000 Langzeitarbeitslosen, die nicht in den Ersten Arbeitsmarkt integriert werden könnten, soll laut Schneider am Programm »Sozialer Arbeitsmarkt« festgehalten werden. epd
Dieser Beitrag wurde am 14.12.2011 um 09.41 Uhr veröffentlicht.
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