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Missbrauchvorwürfe

Verdacht auch an Jesuiten-Schule in St. Blasien

<b>Auch das Jesuiten-Kolleg St. Blasien</b> im Südschwarzwald prüft zurzeit mögliche Missbrauchs-Vorfälle. Foto: www.kolleg-st-blasien.de

Auch das Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Südschwarzwald prüft zurzeit mögliche Missbrauchs-Vorfälle. Foto: www.kolleg-st-blasien.de

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe gegen zwei Patres an der katholischen Canisius-Schule in Berlin will auch das Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Südschwarzwald mögliche Vorfälle an seiner Ordensschule prüfen.

»Ich ermittle natürlich nicht selbst, aber wir werden alles Mögliche tun, um zur Aufklärung beizutragen«, sagte der Direktor des Kollegs, Pater Johannes Siebner, dem epd. Einer der in Berlin verdächtigten Patres war zeitweilig auch in Sankt Blasien tätig. Die Übergriffe sollen in den 70er und 80er Jahren stattgefunden haben.

Er gehe davon aus, dass es durch den Lehrer auch an seinem Kolleg Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben habe, sagt Siebner. Sollten sich ehemalige Opfer bei ihm melden, wisse er noch nicht genau, wie er damit umgehen werde.

Das hänge davon ab, »ob die Opfer Diskretion wünschen oder damit an die Öffentlichkeit gehen wollten«, sagt Siebner. Schließlich sollten die Opfer, so sie sich meldeten, dann »nicht ein zweites Mal instrumentalisiert werden«.

»Es stellt sich jetzt doch zuerst die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte«, sagt Siebner. Schließlich seien die sexuellen Übergriffe eines der beiden beschuldigten Patres an Canisius-Schülern in den 70er und 80er Jahren spätestens seit 1991 bekannt gewesen.

Der heute in Chile lebende ehemalige Lehrer hatte von 1982 bis 1984 auch zwei Jahre lang als Lehrer am Kolleg St. Blasien unterrichtet.

Das 1956 gegründete Jesuiten-Kolleg St. Blasien im Südschwarzwald wird derzeit von rund 900 Schülern besucht, die von 80 Lehrkräften unterrichtet werden.

Am Berliner Canisius-Gymnasium sollen zwischen 1975 und 1982 mehr als 20 Kinder und Jugendliche missbraucht worden sein. Die Vorfälle waren ans Licht gekommen, als der Canisius-Rektor Klaus Mertes sich in einem Brief an ehemalige Schüler wandte. epd

Patres missbrauchten mindestens sieben Schüler

Dieser Beitrag wurde am 1.2.2010 um 13.02 Uhr veröffentlicht.

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