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Trend: Geschenke für Haustiere

Tierischer Advent: Die Weihnachtszigarre für Bello

<b>Weihnachtsgeschenke für Tiere?</b> - Findige Unternehmen haben Hunde und Katzenbesitzer längst im Visier. Foto: Innocent

Weihnachtsgeschenke für Tiere? - Findige Unternehmen haben Hunde und Katzenbesitzer längst im Visier. Foto: Innocent

Wenn es in den Häusern verführerisch nach Zimt, Vanille und Lebkuchen duftet, naht die Weihnachtszeit. Da sollen auch die Haustiere nicht zu kurz kommen.

Drei Viertel aller Haustierbesitzer wollen einer Kundenbefragung der Tierhandelskette »Fressnapf« zufolge ihren Lieblingen etwas zu Weihnachten schenken. Kritiker befürchten angesichts von Adventskalendern und Weihnachtsmannkostümen für Vierbeiner eine Vermenschlichung der Tiere.

Findige Tierbedarfsgeschäfte haben neben Körbchen, Futternäpfen und Halsbändern in weihnachtlichem Rot auch Lebkuchen, Weihnachtsstollen oder Weihnachtsplätzchen im Angebot - gebacken speziell für Bello und Co.

Selbst Schokoladenweihnachtsmänner werden angeboten, hundeverträglich aus dem Kakaoersatz Carob hergestellt.

Geht es nach den Herstellern, soll auch das Weihnachtsmenü nicht nur beim Besitzer, sondern auch beim Vierbeiner für glänzende Augen sorgen.

Wenn bei Herrchen der Gänsebraten auf den festlich gedeckten Weihnachtstisch kommt, könnte bei Bello »Hirsch mit Preiselbeeren« als Festschmaus im Weihnachtsfressnapf liegen. Für Katzen ist etwa »Ente und Garnelen mit Kürbis und Sesam« im Angebot.

Mit speziellen Weihnachtstrüffel-Pralinen für 12,90 Euro oder einer Hundezigarre und einem »Schwanzwedler-Bier« kann der Hund den Tag ausklingen lassen.

Und das »ganz ohne schlechtes Gewissen«, wirbt der Heimtiermarkt Fressnapf. Denn im Gegensatz zu Herrchens Bier bestehe der alkoholfreie Schlabbertrank für Hunde aus Rinderbrühe und die Zigarre aus getrockneten Fleischstreifen.

<b>Dekadente Geldmacherei?</b> Geschenke für Vierbeiner werden kontrovers diskutiert. Foto: Olaru Radian

Dekadente Geldmacherei? Geschenke für Vierbeiner werden kontrovers diskutiert. Foto: Olaru Radian

Kontrovers diskutieren im Internet Tierhalter über passende Präsente für ihre vierbeinigen Freunde.

Etliche finden Weihnachtsgeschenke für Tiere oder Adventskalender dekadent und bezeichnen sie schlicht als »Geldmacherei«. Die Mehrheit der Tierbesitzer beschränkt die Geschenke offenbar weiterhin auf Leckerlis wie Kauknochen oder Spielzeug.

Kritisiert wird auch die Vermenschlichung von Tieren.

Ein Hund wisse nichts von Weihnachten oder christlichen Festen, heißt es in einem Internetforum. »Anbetracht des Elends in dieser Welt könnte man dann eher etwas sinnvoll Gutes tun«, meint Hundebesitzerin Sundri unter »Dogforum.de«.

Für sie gehören dazu etwa Futterspenden für Tierheime.

Vielen Menschen, die in der Adventszeit Leere und Traurigkeit erlebten, böten Tiere Halt, sagt der badische evangelische Bischof Ulrich Fischer. Tiere mit Weihnachtsgeschenken zu überhäufen, zeige eine Sehnsucht danach, Liebe weiterzugeben und mit anderen in Kontakt zu sein.

Problematisch empfindet es der Bischof, wenn dabei der Kontakt zu Menschen aus dem Blick gerate.

Ochse und Esel gehörten zwar zur Weihnachtsgeschichte, aber sie stünden dabei. »Im Zentrum des Geschehens liegt der Mensch gewordene Gott«, sagt Fischer.

Die Vermarktung der Tierliebe und die Vermenschlichung von Haustieren jedoch hört keineswegs beim Fressen auf.

Wer etwa auf dem Weihnachtsmarkt auffallen will, sucht im Internet nach dem passenden Outfit für Vierbeiner. Neben flauschigen oder samtenen Fleece-Wintermänteln für Hunde finden sich auch Engels-, Rentier- oder Santa-Claus-Kostüme in den Größen von klein bis XXL.

Dazu passend gibt es Zipfelmützen wahlweise mit weißem Rauschebart oder blinkenden Lichtern.

Mittlerweile werden sogar spezielle Weihnachtsmärkte für Hunde und ihre Herrchen veranstaltet. Gleichgesinnte kann man etwa auf dem Heidelberger Hundeweihnachtsmarkt am 19. Dezember treffen.

Wem danach die Weihnachten noch immer nicht tierisch genug sind, kann eine CD mit Weihnachtsliedern von »Den kleinen Wölfen« einlegen - der nach eigenen Angaben ersten Hundeband Deutschlands.

»Stille Nacht, Heilige Nacht« wird gebellt und gejault von Spitz Lucky, Pudel Elli, Rehpinscher Strolch, Labrador Max, Schäferhund Tom und Terrier Sam. epd

Umfrage (linke Spalte unten): Was halten Sie von Geschenken für Tiere?

Dieser Beitrag wurde am 25.11.2010 um 09.26 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Erika Mörs schrieb am 25.11.2010 12:16:

Wir haben immer gesagt: "Alles, was übertrieben wird, taugt nicht." Das gilt sozusagen für alle Bereiche des Lebens, auch für die Liebe zu Tieren - wenn das im Artikel Beschriebene denn Liebe ist, was ich stark bezweifle. Meine Katze bekam an Weihnachten stets ihre Lieblings-Leckerlis - und sie schnurrte...

Schallblech schrieb am 25.11.2010 13:58:

Die Frage ist: Wem nutzt das Theater?
Zunächst mal den Herstellern und Händlern, keine Frage.
Den Tierbesitzern, die glauben, sie würden ihrem Liebling was Gutes tun? oder den Tierbesitzern, die sich selbst darstellen wollen und dazu ihr Tier mißbrauchen, indem sie ihm unnatürliche Sachen umschnallen?
Dem Tier jedenfalls nicht - außer es bekommt wirklich nur seine Lieblingsleckerchen, denn damit fühlt es sich wohl - wenn es nicht zu viele waren.

Unser Hund kriegt von der Weihnachtsgans schonmal ein leckeres Stück Knorpel ("HAPS und weg ;-))

Klaus-Heinrich schrieb am 26.11.2010 06:33:

Ist schon echt krass. Die einen Tiere halten wir unter erbärmlichen Umständen, um sie dann abzuschlachten und aufzuessen, die anderen bekommen Leckerlis und Schafwollpullover und dürfen mit ins Bett.

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