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Allensbach-Erkenntnisse

Soziale Schichten driften auseinander

<b>Hier arm, da reich:</b> Die gesellschaftlichen Schichten driften nach Erkenntnissen der Allenbach-Chefin Renate Köcher immer weiter auseinander. Foto: Gina Sanders

Hier arm, da reich: Die gesellschaftlichen Schichten driften nach Erkenntnissen der Allenbach-Chefin Renate Köcher immer weiter auseinander. Foto: Gina Sanders

Die sozialen Schichten in Deutschland driften nach Erkenntnissen der Meinungsforscherin Renate Köcher immer weiter auseinander.

Unter- und Mittelschichten seien stark von der konjunkturellen Entwicklung und den Arbeitsmarktchancen abhängig, schreibt die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach in einem Beitrag für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Dagegen könnten sich die oberen sozialen Schichten zunehmend aus dieser Abhängigkeit lösen.

Nach Angaben der Wissenschaftlerin ging in den Unter- und Mittelschichten das frei verfügbare Einkommen, das nach Begleichen aller notwendigen Lebenshaltungskosten verbleibt, zwischen den 90er Jahren und 2007 real zurück.

Lediglich die nach Bildung, beruflicher Position und Einkommen oberen 20 Prozent hätten »deutliche Zuwächse ihrer finanziellen Spielräume« verzeichnen können.

Auch in Bezug auf Interessen, Lebensstile, Weltanschauungen und Alltagskultur entwickelten sich die gesellschaftlichen Schichten auseinander.

»So ist beispielsweise die zunehmende Gesundheitsorientierung primär ein Oberschichtenphänomen.« Bei den weniger Wohlhabenden spielten Fitness und Gesundheit dagegen eine geringere Rolle.

Besonders frappierend zeige sich diese Entwicklung beim Rauchen.

Vor 30 Jahren gab es laut Köcher beim Tabakkonsum keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm und Reich. Heute dagegen rauchten beispielsweise von den unter 30-Jährigen in der Unterschicht 54 Prozent, in der Oberschicht dagegen nur 18 Prozent.

Als beunruhigend bezeichnete Köcher, dass insbesondere bei Jüngeren aus unteren Schichten das Interesse an Politik, Wirtschaft oder kulturellen Themen stark gesunken sei.

Während in den 90er Jahren sich immerhin noch 45 Prozent der unter 25-Jährigen aus ärmeren Milieus zumindest eingeschränkt für Politik interessierten hätten, seien es heute nur noch 32 Prozent. Bei jungen Menschen in der Oberschicht dagegen sei das Interesse an diesen Themen nur marginal von 67 Prozent auf 65 Prozent gesunken. epd

Dieser Beitrag wurde am 17.8.2011 um 11.33 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Pirol schrieb am 17.08.2011 16:34:

Genau das beobachte ich auch schon seit langem: Der Wohlstand kommt nur den "Oberen Zehntausend" (hier im Artikel: 20 Prozent der Bevölkerung) zugute. WIE DUMM SIND WIR EIGENTLICH, DASS WIR UNS DASS GEFALLEN LASSEN?

Schallblech schrieb am 17.08.2011 20:29:

Die sogenannte Mittelschicht bewegt sich dramatisch auf die Unterschicht zu.

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