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Terror und Flüchtlinge

»Osterbotschaft könnte nicht aktueller sein«

»Die Osterbotschaft ist aktueller denn je«: EKD-Ratsvositzender Heinrich Bedford-Strohm. Foto: gmh

»Die Osterbotschaft ist aktueller denn je«: EKD-Ratsvositzender Heinrich Bedford-Strohm. Foto: gmh

Vor dem Hintergrund der Terroranschläge von Brüssel hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, die Osterbotschaft als aktueller denn je bezeichnet.

»Die Osterbotschaft könnte nicht aktueller sein als in diesen Tagen«, sagte der bayerische Landesbischof der »Passauer Neuen Presse«. »Sie lautet: Der Tod behält nicht die Oberhand. Ostern ist die Basis für Hoffnung - gerade in Zeiten, in denen uns Gewalt so nahe geht wie jetzt.«

Mit Blick auf die Anschläge sagte Bedford-Strohm: »Hier geht es um Terroristen, um Kriminelle. Wir dürfen ihnen nicht zu viel Macht geben. Unsere Aufgabe ist jetzt, füreinander einzustehen und die gemeinsamen Werte Europas umso stärker zu vertreten. Hass und Terror widersprechen allem, was Europa ausmacht.«

Die Berufung auf den Namen Gottes bei terroristischen Taten sei »nichts anderes als Gotteslästerung«.

Der Landesbischof begrüßte es, dass es nach den Anschlägen sehr schnell Stellungnahmen und Distanzierungen aus der muslimischen Gemeinschaft gegeben habe. »Ich freue mich, dass noch einmal betont worden ist, dass Terror in tiefem Widerspruch zum Islam steht.«

Bedford-Strohm bezeichnete es »als ein positives Signal, dass Europa entgegen aller Unkenrufe zusammengefunden hat und zu einer Vereinbarung mit der Türkei gekommen ist«.

Es seien bei den Abkommen aber gewichtige Fragen offen geblieben. »Ich habe meine Zweifel, dass das Grundrecht auf Asyl und faire Verfahren tatsächlich gewährleistet werden. Abschottung ohne die Aufnahme von Flüchtlingskontingenten in Europa darf es nicht geben.«

Wichtig sei, dass legale Zugangswege nach Europa geschaffen würden und das Geschäft der Schleuser unattraktiv gemacht werde.

Kritik an den Menschenrechtsverletzungen in der Türkei hält der EKD-Ratsvorsitzende für richtig. Man müsse Unrecht weiter beim Namen nennen. Die Lage der Christen in der Türkei sei nicht akzeptabel. epd

Dieser Beitrag wurde am 24.3.2016 um 10.08 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
oberschwester schrieb am 24.03.2016 18:56:

Bruder Heinrichs Aussage "Die Berufung auf den Namen Gottes bei terroristischen Taten sei nichts anderes als Gotteslästerung" ist schon eine ziemlich steile These.
Ich stelle dem die Worte eines uns bekannten Predigers gegenüber:
"Ich bringe aber nicht den Frieden, sondern das Schwert."

Atlantica schrieb am 25.03.2016 08:35:

"Der Landesbischof begrüßte es, dass es nach den Anschlägen sehr schnell Stellungnahmen und Distanzierungen aus der muslimischen Gemeinschaft gegeben habe. »Ich freue mich, dass noch einmal betont worden ist, dass Terror in tiefem Widerspruch zum Islam steht.«"

Es gibt auch das Argument aus der muslimischen Community, dass man nicht immer von ihnen die Distanzierung vom Terror verlangen sollte, man verlange auch nicht von uns Christen eine stetige solche. Es geht wieder viel um einzelne Begriffe und gesellschaftliche Zwänge. Zudem besteht keine Gleichheit von "Europa" und christlichem Abendland. Das würde ich als Theologe nicht in einem Atemzug nennen, ungeschickt.

Alwite schrieb am 25.03.2016 10:09:

>Bedford-Strohm bezeichnete es »als ein positives Signal, dass Europa entgegen aller Unkenrufe zusammengefunden hat und zu einer Vereinbarung mit der Türkei gekommen ist«.<

Artlantica, vielleicht verstehe ich Dich falsch. Der EKD-Ratsvorsitzende spricht nicht von Gleichheit, sondern vom Zusammenfinden.

Selbst kann ich dem Artikel nur zustimmen. Warum sehen wir Christen nicht, dass der grausame Tod Jesu, sein Beweis einer Liebe ist, die wir alle in uns tragen und jeder in seiner Art, unermüdlich beweist. Sein Beweis bis zum sich heute jährenden Ende, macht niemanden klein, belehrt niemanden mit Worten, überzeugt in dem er dafür grausam stirbt - in ihr überlebt um sie fortzusetzen, damit sie an die Stelle der"Schwerter der Helden" tritt.

ellybe schrieb am 25.03.2016 12:14:

Der höchste Prophet, Mohammed, das von allen Muslimen anerkannte Sprachrohr Allahs, auf den sich alle Muslime berufen, hat in Allahs=Gottes Namen "über 80 Kriege und Feldzüge geführt" (UK, Seite 10). Jesus, der (liebe Oberschwester!) gesagt hat: "Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen", hat sich kreuzigen lassen, statt im Namen Gottes (und überhaupt!) Blut zu vergießen. Darum haben wir Kreuze in unseren Kirchen und das Kreuz als das Zeichen/Symbol unseres Glaubens. Von daher kann die Karfreitagsbotschaft (!) "nicht aktueller sein als in diesen Tagen"!

Atlantica schrieb am 25.03.2016 13:16:

Hallo Alwite, dieser Absatz war mein Kritikpunkt:

"Mit Blick auf die Anschläge sagte Bedford-Strohm: »Hier geht es um Terroristen, um Kriminelle. Wir dürfen ihnen nicht zu viel Macht geben. Unsere Aufgabe ist jetzt, füreinander einzustehen und die gemeinsamen Werte Europas umso stärker zu vertreten. Hass und Terror widersprechen allem, was Europa ausmacht.«"

Hier sind schwerwiegende Begriffe im Spiel. Es geht aber nicht darum, seine gute Gesinnung unter Beweis zu stellen. Ich stelle sie für uns alle nicht infrage, wobei ich Oberschwester nicht folge.

Terroristen sind Kriminelle. Hm, sie sind im negativen weit mehr als nur kriminell. Mir sind solche Aussagen zu ungenau! Es ist ja eine kriminelle Gesinnung gemeint. Aber das ist ein Begriff, der zu klären wäre. Das führt nicht weiter. Dann folgt dieser Satz: "Wir dürfen ihnen nicht zuviel Macht geben." Verstehe ich nicht. Das Wesen des Terrors ist doch gerade, dass sich hier Menschen kaltblütig Macht nehmen. Jetzt ist es unsere Aufgabe, gemeinsam die Werte Europas zu verteidigen. Aber die Idee Europas ist auch laizistisch. Also müssen alle zusammenhalten. Man hat also ein klares Feindbild: den Terrorismus. Warum ist es dann so schwer, ihn zu besiegen? Pegida beschwört die christlichen Werte? Die Europa nicht vertritt? Haben die also recht?

Wenn wir als Christen von unserer Überzeugung ausgehen, dann stoßen wir an Verstandes-Grenzen. Und da finde ich es am gefährlichsten, eine einzelne Bibelstelle herauszugreifen, die scheinbar zur Gewalt aufruft (Oberschwester, Jesus ist ein Friedensherrscher), aber ich halte es auch für falsch, es für ausreichend anzusehen, sich von kriminellen Terroristen abzugrenzen. Wobei ich das tue und das Interessante ist daran, dass Terrorismus und Kriminalität tatsächlich zusammenhängen.

Alwite schrieb am 25.03.2016 13:52:

Atlantica, der Widerspruch, den ich in Deinen Erklärungen herauslese, ist am Ende von Dir selbst gelöst.

Dem Kommentar von ellybe ist nichts hinzuzufügen. Ich schließe mich ihm an.

oberschwester schrieb am 25.03.2016 14:04:

@Atlantica
Liebe Atlantica, Dein Vorwurf, ich hätte lediglich ein Zitat aus unserem Buch zitiert, dass zur Gewalt aufruft hat mich nicht ruhen gelassen.
Habe meine Lesezeichen durchgeschaut und noch eins gefunden.
Psalm 139,19:
"Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten!"

ellybe schrieb am 25.03.2016 20:21:

Lies doch mal weiter, liebe oberschwester, was am Ende des 139. Psalms steht: "Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege."

Paperback schrieb am 25.03.2016 23:57:

Bedford-Strohm:

""Mit Blick auf die Anschläge sagte Bedford-Strohm: »Hier geht es um Terroristen, um Kriminelle. Wir dürfen ihnen nicht zu viel Macht geben. Unsere Aufgabe ist jetzt, füreinander einzustehen und die gemeinsamen Werte Europas umso stärker zu vertreten. Hass und Terror widersprechen allem, was Europa ausmacht.«"

Die geschliffene Sprache des Bischofs ist das Eine, die Wirklichkeit gelebter Religiosität das Andere.
In verschiedenen anderen Foren unterwegs, in denen man grundsätzlich Glauben und Religion kritisch eingestellt ist, lese ich schon lange, dass Religion spalte und trenne.

Ich muss nicht erst in eine Gemeinde gehen, um zu erfahren, dass es oben gibt und unten, jene, die immer Recht haben und die, die nie zum Zuge kommen.

Nein, wir schlagen uns nicht mehr die Köpfe ein, bomben uns nicht mehr gegenseitig ins Jenseits. Obwohl: Nordirland fand vor etwas mehr als einer Generation statt, und ich erinnere mich noch gut.

Es gibt Menschen, die mir schon lange sagen, Religionen seien die Wurzeln allen Übels, spalteten die Menschen in Gute und Böse, in oben und unten. Dagegen argumentierte ich lange und mit Vehemenz. Schon länger gehen mir die Argumente aus.

Ich habe keine Antwort mehr. Und Gott, so scheint mir, schweigt. Jetzt bitte sagt mir nicht, ich müsse nur richtig hinhören. Das kenne ich schon.

Paperback

Atlantica schrieb am 26.03.2016 12:29:

Paperback, Resignation ist kein guter Ratgeber. Sie liegt vor allem in einem selbst, nicht in den äußeren Ereignissen. Warum nicht einfach nur einmal lesen, wie andere denken und empfinden. Ich bin soweit, dass ich mir die Beiträge anderer durchlese und nichts mehr kommentiere. Ich habe den Eindruck, die Menschen können sich nicht verändern. Man muss bei sich selbst beginnen.

Atlantica schrieb am 26.03.2016 15:20:

Nur noch kurz zur AKTUALITÄT der Osterbotschaft: also, sie ist immer und überall aktuell und wird durch menschliches Versagen nicht aufgewertet, denn sie ist unüberbietbar. Also kann man sich viele Worte sparen.

Ignatius schrieb am 27.03.2016 08:25:

@Oberschwester, Du bist ja toll im Zitieren - aber dann lies auch richtig: WENN ÜBERHAUPT irgend jemand getötet werden soll, DANN SOLL GOTT das tun und nicht wir Menschen. Und jetzt zitiere ich noch mal aus der Bibel: die Rache ist MEIN (Job und nicht deiner), spricht der HERR. Ich lese diese Verse nicht als eine Ermunterung für einen rachsüchtigen Gott, sondern als Aufforderung zur Demut für uns Menschen und dazu, von Gewalt so weit wie möglich Abstand zu nehmen.
Und an Euch alle: FROHE OSTERN!

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