»Unglaubliches Potenzial«
Mehr Ehrenamt, weniger Depressionen

Mehr ehrenamtliches Engagement: Frauenhilfen bieten - wie hier im Siegerland - viele Projekte an, die zum Engagement einladen. Foto: Herrmann
Ältere Arbeitnehmer und Rentner müssen nach Ansicht des Versicherungskonzerns Generali Deutschland stärker für ehrenamtliches Engagement gewonnen werden.
»Hier liegen unglaubliche Potenziale brach«, zeigte sich Loring Sittler als Vertreter des Versicherungsunternehmens überzeugt. Sittler ist für den »Generali Zukunftsfonds« zuständig, der mit einem Jahresetat von zwei Millionen Euro bürgerschaftliches Engagement fördert.
Nicht in ein Depressionsloch fallen
Menschen über 55 hätten zum einen mehr Zeit und Lebenserfahrung als jüngere Eltern, zum anderen könne ihnen der freiwillige Einsatz für andere helfen, nach der Verrentung nicht in ein »Depressionsloch« zu fallen, sagte er in einem epd-Gespräch zum Internationalen Tag des Ehrenamts an diesem Samstag.
Sittler will Wirtschaftsunternehmen in die Akquise und die Qualifikation älterer Arbeitnehmer für ehrenamtliche Tätigkeiten einbinden. »Die Betriebe profitieren vom ehrenamtlichen Engagement ihrer Mitarbeiter.«
Studien hätten gezeigt, dass diese Kollegen in der Regel überdurchschnittlich produktiv und teamfähig sind.
In Vereinen und Initiativen fehlten oft Menschen, die bereit seien, in ihrer Freizeit Führungsaufgaben zu übernehmen. Dafür sollten ihnen, fordert Sittler, Unternehmen entsprechende Weiterbildungskurse und Überleitungsmaßnahmen anbieten.
»Das sehe ich auch als ein geeignetes Mittel, um Beschäftigte auf den Ruhestand vorzubereiten.«
Der Generali Zukunftsfonds will das Know how, das sich die rund 23 Millionen ehrenamtlich Tätigen in Deutschland angeeignet haben, der Allgemeinheit schneller und leichter zugänglich machen.
Beispielsweise, gebe es bundesweit rund 1.000 Einzelprojekte zum gemeinschaftlichen Wohnen, so Sittler. Hier bauen, kaufen oder mieten meist ältere Personen gemeinsam ein Haus und verpflichten sich, füreinander zu sorgen, wenn Projektpartner im Alter pflegebedürftig werden.
Sie wollen so den Umzug in ein Heim verhindern.
Worauf bei der Planung eines solch komplizierten und konfliktträchtigen Projektes geachtet werden muss, das sollte nach Sittlers Plänen auf wenigen Internetportalen umfassend und kompakt dargestellt werden. Generali unterstütze deshalb den Aufbau einer entsprechenden website.
epd
Dieser Beitrag wurde am 4.12.2009 um 10.45 Uhr veröffentlicht.
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