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Präses Schneider: Keine Strafe

»Gott hat Loveparade-Teilnehmer nicht verlassen«

Nikolaus Schneider

Nikolaus Schneider

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, hat nach der Loveparade-Katastrophe auf Gottes ungeteilten Beistand für die Menschen hingewiesen.

»Bei allem Erschrecken und Fragen bin ich ganz gewiss: Gott hatte die Menschen nicht verlassen, die in der Massenpanik um ihr Leben gefürchtet und gekämpft haben«, schreibt Schneider in der »Rheinischen Post«. Gott »war auch bei denen, die ihr Leben verloren haben«.

Er sei jetzt bei den Trauernden, und er werde auch die nicht verlassen, »die Fehler gemacht haben bei ihre Plänen und Entscheiden«.

Gott lasse auch die nicht los, die in ihrer Panik kopflos geworden seien, weil sie nur noch ihr Leben retten wollen, schreibt Schneider.

Der Präses räumte ein: »Gottes Wirken bei der Loveparade am vergangenen Samstag in meiner Heimatstadt Duisburg im Einzelnen zu entdecken und theologisch zu deuten, das ist mir unmöglich.«

Sein Glaube und seine theologische Überzeugung verböten es jedoch, in diesem Unglück einen Fingerzeig Gottes gegen die Loveparade oder gegen die Organisatoren zu sehen.

»Und schon gar nicht kann ich die Todesfälle als göttliche Bestrafung für Teilnehmer verstehen«, betonte Schneider.

<b>Dieser tunnel</b> wurde den Loveparade-Besuchern zum Verhängnis. Foto: UK-Archiv/epd

Dieser tunnel wurde den Loveparade-Besuchern zum Verhängnis. Foto: UK-Archiv/epd

Zum Gedenken an die Toten der Duisburger Loveparade findet am Samstag ein zentraler Trauergottesdienst statt.

Den ökumenischen Gottesdienst um 11 Uhr in der Duisburger Salvatorkirche leiten der katholische Essener Bischof Franz-Josef Overbeck und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff wollen den Angaben zufolge an der Trauerfeier teilnehmen.

Der Gottesdienst wird auf Großleinwände vor der Kirche und auf Freiflächen des Innenhafens übertragen.

Die Universität Münster will bereits an diesem Mittwoch einen ökumenischen Trauergottesdienst halten. Unter den 20 Opfern seien drei Studentinnen der Universität. Zwei von ihnen stammten den Angaben nach aus Spanien, eine weitere aus Gelsenkirchen.

Der Bund der Katholischen Jugend lädt bereits für Mittwoch um 20 Uhr in die Duisburger Kirche Christus König zu einem Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer ein. epd

Dieser Beitrag wurde am 28.7.2010 um 09.34 Uhr veröffentlicht.

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