Kirchen rufen zu Widerstand auf
6500 demonstrieren in Bielefeld gegen Nazi-Aufmarsch

Rund 6500 Menschen haben an Heiligabend in Bielefeld gegen den Aufmarsch von Neonazis demonstriert, die gegen ein linksgerichtetes Jugendzentrum Stimmung machen wollten. Foto: and
Rund 6.500 Bielefelder sind am Heiligabend gegen einen Neonazi-Aufmarsch in ihrer Stadt auf die Straße gegangen.
Bielefeld bleibe eine multikulturelle, weltoffene und tolerante Stadt, in der unterschiedlichste Nationalitäten und Kulturen friedlich als Nachbarn zusammenlebten, sagte Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD). Die Bielefelder Superintendentin Regine Burg rief dazu auf, »gewaltlos aber eindeutig« Widerstand gegen jede Form von Rassismus zu leisten.
Unter dem Motto »Bielfeld stellt sich quer« hatte ein Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen zu mehreren Veranstaltungen im Stadtgebiet aufgerufen.
Nach Polizeiangaben demonstrierten 68 Neonazis aus Nordrhein-Westfalen gegen ein linksgerichtetes Jugendzentrum. Mehrere Hundertschaften der Polizei riegelten die Demonstrationsroute ab.
Der rechte Aufmarsch sei von einigen linken Demonstranten mit Steinen beworfen worden, teilte die Polizei mit. Vier Demonstranten wurden nach Polizeiangaben wegen Vermummung und Nichtbefolgen eines Platzverweises vorübergehend festgenommen.
Als eine »gezielte Provokation« verurteilte die evangelische Superintendentin Burg auf einer interreligiösen Feier am Hauptbahnhof den Nazi-Aufmarsch an Heiligabend.
Zu Widerstand gegen rechtsextremistisches Gedankengut rief auch der katholische Dechant Klaus Fussy auf. Eine Vertreterin der muslimischen Gemeinden in Bielefeld hob hervor, dass Muslime heute ganz selbstverständlich zu der westfälischen Stadt gehörten.
Die jüdische Kultusgemeinde der Stadt erklärte in einem Grußwort, sie solidarisiere sich entschieden mit allen Bürgern guten Willens, die gegen den Aufmarsch der Rechten protestieren.
Der westfälische Präses Alfred Buß dankte der Polizei bei einem Besuch persönlich für ihren Einsatz an Heiligabend. Die Weihnachtsbotschaft sei das »Gegenprogramm zum Faustrecht der Nazis«, erklärte er.
Der leitende Theologe begrüßte ausdrücklich den breiten Protest gegen Rechtsextremismus.
Nach einem gescheiterten Aufmarsch Anfang August in Bielefeld hatten Neonazis eine erneute Demonstration an Heiligabend angemeldet.
Die Polizei hatte den rechten Marsch im Sommer aus Sicherheitsgründen kurz nach der Ankunft der Neonazis am Hauptbahnhof abgebrochen, weil Gegendemonstranten die Straßen versperrt hatten. epd
Dieser Beitrag wurde am 24.12.2011 um 16.24 Uhr veröffentlicht.
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| Schallblech schrieb am 25.12.2011 09:42: Wo ist der Daumen-hoch-Smily? :) |
| Schallblech schrieb am 25.12.2011 12:05: Achja, und gut gemacht, Online-Redaktion. Danke für die Bläserbilder! |
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