UK - Unsere Kirche > Startseite
Donnerstag, 17.05.2012
Sie sind hier: UK  > Blogs > Chefsache > Was tut die Diakonie?

Die UK-Weblogs

Chefsache

Unfairer Alarm-Journalismus

4. Stock, links

Bibel-Blog hier!

Umfrage

Hannelore Kraft - die neue Hoffnung der SPD?

Jau! Hannelore, Du wirst unsere neue Bundeskanzlerin!

Bloß nicht. Du hast versprochen, in NRW zu bleiben.

Bloß nicht. Du wirst eh überschätzt.

Ergebnis ansehen

Werbung

Werbung

Dürrekatastrophe in Ostafrika

Was tut die Diakonie?

Foto: Diakonie-Katastrophenhilfe

Foto: Diakonie-Katastrophenhilfe

Mehr als 12, 4 Millionen Menschen leiden mittlerweile in Somalia, Äthiopien und Kenia unter den Folgen der verheerenden Trockenheit.

Inzwischen ist die internationale Hilfe für die Dürreregionen verstärkt worden. Auch die Bundesregierung hat angesichts der großen Not ihre Hilfszusagen erhöht. Was aber tun die Hilfsorganisationen, zum Beispiel die Diakonie Katastrophenhilfe oder die Caritas?
Die UK-Redaktion hat nachgefragt.

So teilt die Diakonie Katastrophenhilfe mit, dass sie bislang aus Spenden mehr als drei Millionen Euro für die Hilfe in den Dürregebieten Ostafrikas bereitgestellt hat.

Damit unterstützt das evangelische Hilfswerk mehr als 200.000 Menschen mit Essen, Trinkwasser und anderen wichtigen Hilfsgütern.

In Somalia ist die Diakonie Katastrophenhilfe eine der wenigen Hilfsorganisationen, die trotz andauernder Kämpfe und großer Gefahr überhaupt noch tätig ist.

Das Hilfswerk arbeitet dort mit vertrauenswürdigen Partnerorganisationen zusamen, die Wasser und Lebensmittel, aber auch Plastikplanen und Baumaterial für Notunterkünfte verteilt.

Auch in den Nachbarländern Kenia und Äthiopien unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe Einheimische und Flüchtlinge. Im östlichen Teil Kenias liegt ein Schwerpunkt in der Provinz Marsabit.

Dort verteilen Hilfskräfte der anglikanischen Kirche, mit der die Diakonie aus Deutschland zusammen arbeitet, Trinkwasser und andere Hilfsgüter.

Besonders zugespitzt hat sich die Situation in dem eigentlich nur für 90.000 Menschen ausgelegten Lager Dabaab, in dem sich mittlerweile fast 400.000 Menschen drängen.

Dramatisch ist vor allem die Lage der stark unterernährten Kleinkinder.

Die Diakonie bereitet dort mit Partnern des globalen kirchlichen Hilfswerks der ACT Alliance Hilfsmaßnahmen vor.
Die Diakonie Katastrophenhilfe betont, dass sie immer mit erfahrenen und zuverlässigen Partnern vor Ort zusammen arbeitet.

Denn die einheimischen Mitarbeitenden kennen die Lage in der Region am besten und sind von den lokalen Verwaltungen anerkannt.

Eine der größten logistischen Herausforderungen ist die Versorgung mit Trinkwasser. Da Somalia wegen des Bürgerkriegs keine Reserven mehr hat, muss das Trinkwasser mit Tanklastwagen in die Dörfer gebracht werden.

Rund 2.500 Familien, die vor allem von der Viehzucht leben, werden auf dem Land von der somalischen Partnerorganisation der deutschen Diakonie mit Wasser versorgt.

Damit die Menschen in Somalia künftig sauberes Wasser erhalten, hat die Diakonie gemeinsam mit dem katholischen Hilfswerk Caritas International in der Region Mogadischu ein Brunnenprojekt auf den Weg gebracht. Dafür stellen die beiden Hilfswerke 280.000 Euro zur Verfügung.

Ingenieure müssen dabei 200 Meter in die Tiefe bohren lassen, um auf ausreichend Wasser zu stoßen.

Diese neuen Tiefbrunnen in zwei Außenbezirken der Hauptstadt sollen bis zu 10.000 Menschen mit Wasser versorgen.

In einem weiteren Projekt installieren die Hilfskräfte zwei Hochtanks aus Stahl und bauen Leitungen, über die Wasser in die Camps gelangt. 3500 Familien können so mit Trinkwasser versorgt werden.

Neben dieser Nothilfe, für die hier nur Beispiele genannt werden können, braucht Somalia zur Überwindung der Dürrekatastrophe aber endlich auch politische Lösungen.

Denn an der jetzigen Situation sind nicht nur der fehlende Regen und die mangelhafte Vorsorge schuld. Vielmehr hat der Bürgerkrieg, der seit 20 Jahren andauert, das Land ausgeblutet.

Somalia ist ein zerfallener Staat, ohne öffentliche Ordnung, ohne soziale Grundversorgung.

Eine funktionierende Infrastruktur und ein Vorsorgesystem kann aber nur aufgebaut werden, wenn es wieder eine Regierung und geordnete Verwaltung gibt, die sich der Bevölkerung gegenüber verantwortlich gibt.

Da bisher alle militärischen Interventionen nicht gefruchtet haben, regt Wolfgang Heinrich, Friedens- und Konfliktexperte des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED), Verhandlungen mit den Konfliktparteien an.

Zu Recht.

„Der Weg zur Waffenruhe und zu einem friedlichen nationalen Dialog führen nur über direkte Verhandlungen mit allen Parteien“, sagt Heinrich. Wenn den hungernden Menschen nachhaltig geholfen werden solle, führt wohl kein Weg daran vorbei, auch mit den somalischen Al Shabab-Milizen zu verhandeln.

Dies ist wohl leider wahr.

Gerade in der derzeitigen Situation könnten Teile der Al Shabab aber offen sein für nachhaltige Hilfsangebote. Wenn die Milizen sie nicht zulassen, kann den hungernden Menschen nicht geholfen werden.

Die internationale Staatengemeinschaft sollte daher außer der aktuell notwendigen Soforthilfe auch ausreichende Mittel für die Rückkehr und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Landbevölkerung bereitstellen.

So bitter es ist: Sie darf dies nicht mit politischen Bedingungen verknüpfen, sonst wird es mit der Al Shabab keine Lösung geben.

Selbst in den von der Al Shabab kontrollierten Gebieten müssen entsprechende Programme zugelassen werden. Nur auf diese Weise kann allmählich eine nationale Aussöhnung und eine nachhaltige Entwicklung auf den Weg gebracht werden.

Um der leidenden Menschen willen ist dies notwendig.

Wolfgang Riewe

Mindesthaltbarkeit als »Lizenz zum Töten«

Dieser Beitrag wurde am 4.9.2011 um 13.35 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Eigenen Kommentar schreiben
Sie müssen eingeloggt sein, um Kommentare verfassen zu können.
Loggen Sie sich hier ein, falls Sie schon einen Account haben
Melden Sie sich hier kostenlos an
Evangelisch in Westfalen und Lippe
Informationen aus den Kirchenkreisen der EKvW und aus der Lippischen Landeskirche auf den jeweiligen Seiten (klicken Sie auf den gewünschten Bereich).
Karte