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Viel Glück zum neuen Jahr!

<b>2010 - was wird und das neue Jahr bringen?</b> Machen Sie etwas draus! Foto: Wogi

2010 - was wird und das neue Jahr bringen? Machen Sie etwas draus! Foto: Wogi

Ein glückliches und gesundes neues Jahr wünsche ich Ihnen, liebe UK-Leserinnen und Leser!

Viel Glück - das haben Sie sicherlich in diesen Tagen anderen auch schon gewünscht. Was aber genau meinen wir damit? Was ist Glück? Glück ist ein ziemlich unscharfer Begriff. Jeder und jede stellt sich etwas anderes darunter vor. Für die meisten ist Glück zunächst einmal nur: „Kein Unglück haben.“ Also nicht auf eisglattem Bürgersteig das Bein brechen, keine schlimme Krankheit bekommen, nicht den Arbeitsplatz verlieren.

Zugegeben, das ist schon viel. Aber macht das ein glückliches Leben aus? Wohl kaum. Glück ist mehr als kein Unglück zu haben.

Wolfgang Riewe

Wolfgang Riewe

Viele Menschen verstehen darunter, dass sie eine gute Arbeit und eine geachtete Stellung haben, ausreichend Geld, viel Freizeit, gute Freunde und eine Familie. Auch Zufriedenheit, Seelenruhe und Humor werden häufig genannt, verbunden mit einer stabilen Gesundheit.

Aber gerade daran fehlt es manchen.

Doch sind Kranke deshalb gleich vom Glück ausgeschlossen? Keineswegs. Häufig ist das Gegenteil der Fall: Wer krank ist, weiß jeden Tag neu zu schätzen, meist mehr als der Gesunde. Ihm oder ihr ist sehr bewusst, dass jeder Mensch nur eine begrenzte Lebenszeit hat. Und dass es darauf ankommt, bewusst und sorgfältig mit ihr umzugehen.

Es ist eine weit verbreitete Überzeugung: Glück ist etwas, was den Einzelnen ohne eigenes Zutun einfach überkommt.

Was einem also sozusagen wie die Sterntaler in den Schoß fällt. Nein, sagt der Philosophie-Professor Wilhelm Schmid, der sich in seinen Büchern viel mit Glück und Lebenskunst auseinandergesetzt hat: Grundlegend für den Weg zum Glück ist eine Wahl. Die Wahl einer Lebensform, die dem ganzen Leben eine Richtung gibt.

Alle Menschen, so meint Schmid – und er beruft sich hier auf Aristoteles - streben nämlich nach einem „Gut“, sogar nach dem „besten und höchsten Gut“.

So steht bei den einen die Arbeit im Mittelpunkt ihres Lebens. Ihr wird alles andere untergeordnet.

Anderen ist es das Wichtigste, möglichst viel Spaß im Leben zu haben. Bei den Dritten dreht sich alles um die Familie. Wiederum andere widmen sich ganz der Weitergabe ihrer Überzeugungen oder engagieren sich in Gesellschaft, Politik, Kirche und Vereinen für das soziale Wohl.

Beim glücklichen Menschen ist gutes Leben auch gutes Handeln.

Schon die exzellente Ausübung banaler alltäglicher Tätigkeiten kann beglückende Erfahrungen vermitteln. Schmid hält daher die „Arbeit am Glück“ für wichtig. Die Einsicht also, dass man für sein Glück auch etwas tun muss. Täglich. Ein Leben lang.

Glück kommt also aus einem als sinnvoll erfahrenen Leben.

Und das ist nicht ein Leben nur für sich allein, sondern ein Leben im Netz guter sozialer Beziehungen: In der Familie, im Freundeskreis, in Vereinen und in der Gemeinde. Vor allem in Partnerschaft und Freundschaft wird das Glück realisiert.

Jörg Zink formuliert es so: „Glück gelingt dir, wo du für etwas lebst, das dir wichtiger ist als du selbst.“

Er meint, wir müssten eine „innere Wandlung“ durchgemacht haben: Von einem um unser eigenes Leben besorgten zu einem hingebenden Menschen.

Nicht ohne Grund nennt Jesus in der Bergpredigt gerade die Armen, Geduldigen, Freundlichen, die Friedensstifter und nach Gerechtigkeit Suchenden glücklich, weil durch sie etwas anderes hindurchleuchtet als nur das Streben nach Geld, Sicherheit und dem eigenem Vorteil.

Auf ein solches Leben legt Gott seinen Segen.

Das Leben ist zu kostbar, um nur ein genormtes Leben zu führen, sich wechselnden Moden zu unterwerfen und es allein mit der Jagd nach materiellen Gütern zu verschwenden.

Vor langer Zeit hat der Indianerhäuptling Seattle bereits prophezeit, dass der weiße Mann eines Tages feststellen wird, dass man Geld nicht essen kann. Er hatte Recht. Die Kunst des Lebens besteht nicht darin, immer mehr zu haben und immer mehr zu machen.

„Ständige Wohlstandssteigerungen machen um keinen Deut glücklicher, diese Erkenntnis setzt sich allmählich durch“, sagt der Zukunftsforscher Horst Opaschowski in einer aktuellen Studie. „Gut leben statt viel haben“, darauf komme es vielen Menschen wieder mehr an.

<b>Familie</b> - ein wichtiger Glücksfaktor. Foto: Monkey Business

Familie - ein wichtiger Glücksfaktor. Foto: Monkey Business

Man besinne sich auf urmenschliche Glücksfaktoren wie Gesundheit, Freunde und familiäre Beziehungen: „Das Zeitalter der Ichlinge geht zu Ende.“

Das wäre gut. Denn auf diese Weise könnten viele soziale Probleme gelöst werden.

Und jeder Einzelne hätte einen persönlichen Gewinn davon.

„Das Glück ist von Geburt ein Zwilling“, heißt es im Sprichwort. Man könnte auch sagen: Geteiltes Glück ist doppelte Freude. So wie geteiltes Leid halbes Leid ist.

Jemand hat einmal gesagt: „Du kannst nicht dem Leben mehr Jahre geben, wohl aber den Jahren mehr Leben.“

Das ist es! Glück hat ganz viel mit Leichtigkeit, Weite, Freude, Liebe und Erfüllung zu tun. Die geschenkten Lebensjahre mit Sinn und Inhalt füllen. Jeden Tag bewusst leben und genießen. Freundschaft und Liebe pflegen.

Sich mit Leib und Seele seinem Beruf und/oder einem Ehrenamt widmen. In Gesellschaft und Kirche Verantwortung übernehmen. All dies und noch mehr macht ein glückliches, erfülltes Leben aus.

Das hört sich sehr schwierig an.

Der Weg dahin ist aber keine riesige, überwältigende Aufgabe, sondern besteht aus einer Abfolge kleiner, leicht machbarer Schritte. Was übrigens schon Geheimrat Goethe erkannte. Er schrieb 1799 an Schiller: „Ich nutze meine Tage, so gut ich kann und setze wenigstens immer einige Steine im Brette vorwärts.“

Was können das für Steine sein? Gibt es einige praktikable Schritte zu mehr Lebensfreude im Alltag?
Einige Vorschläge sind hier für Sie zusammen getragen. Es sollen Anregungen sein, mehr nicht:

Suchen Sie sich zunächst in Ihrer Wohnung oder anderswo einen Ort, an dem Sie zur Ruhe kommen können. Richten Sie sich eine Nische der Stille ein, wo Sie beten, meditieren, lesen oder einfach nur zur Ruhe kommen können. Eine Kerze oder ein Meditationsbild kann hilfreich sein, um ab und zu tief durchzuatmen und den Stress des Alltags zu unterbrechen.

Machen Sie es sich gemütlich...

Machen Sie es sich gemütlich...

Zum Beispiel können Sie ein Psalmwort meditieren: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Machen Sie sich so bewusst, dass Sie behütet und getragen sind von Gott, dem Schöpfer und Erhalter des Lebens. So gewinnen Sie innere Ruhe und Kraft, das Leben aktiv zu bewältigen.

Denken Sie aus dieser Ruhe heraus ausführlich über Ihre Ziele für das kommende Jahr nach. Welche möchten Sie umsetzen? Was möchten Sie noch erleben? Was erreichen? Wer klare Ziele hat, ist produktiver. Sein Leben bekommt eine Richtung, der Alltag Struktur. Sie können die Ziele im Auge behalten, wenn Sie auch an jedem Tag des neuen Jahres zehn Minuten darauf verwenden, darüber konkret nachzudenken. Welche Ziele sind es heute? Was möchte ich in den nächsten Tagen angehen?

Wenn Sie im Zweifel sind, ob Sie etwas angehen sollen oder nicht, dann tun Sie es! Treffen Sie Entscheidungen, wagen Sie etwas Neues! Denn wer sich nie zum Handeln entscheidet, wird mit der Zeit immer unzufriedener. Manches Projekt ist gar nicht so schwierig, wenn man es engagiert angeht. „Nicht weil die Dinge so schwierig sind, wagen wir sie nicht - sie sind vielmehr so schwierig, weil wir sie nicht wagen.“

<b>Bringen Sie Ordnung</b> in Ihre Papiere - und damit in Ihr Leben. Foto: Eisenhans

Bringen Sie Ordnung in Ihre Papiere - und damit in Ihr Leben. Foto: Eisenhans

Nehmen Sie sich Zeit, Ordnung in Ihre Papiere zu bringen. Bewahren Sie nur auf, was Sie wirklich für wichtig halten. Trennen Sie sich von allem, was unwichtig, veraltet oder überflüssig ist. So bekommen Sie den Kopf frei für die wesentlichen Dinge.

Durchbrechen Sie die Routine Ihres bisherigen Alltags. Gehen Sie einmal andere Wege. Das Gehirn hasst nichts so sehr wie Routine. Wer dagegen Abwechslung in sein Leben bringt, regt sein Denkorgan an. Nehmen Sie zum Beispiel einen anderen Weg zur Arbeit. Setzen Sie sich am Frühstücks- oder Konferenztisch auf einen anderen Platz. Beschäftigen Sie sie sich mit einem Thema, für das Sie sich bisher noch nicht interessiert haben. Nur was neu ist, regt zu neuen Ideen an.

Unternehmen Sie etwas für Sie absolut Ungewöhnliches! Gehen Sie in eine Ausstellung oder besuchen Sie eine Ihnen unbekannte nahegelegene Stadt. Gehen Sie langsam durch die Straßen, betrachten Sie die Menschen, die Häuser, die Auslagen. Wenn es Ihnen bisher gegen den Strich ging, einem Obdachlosen auch nur 50 Cent zu geben, springen Sie über Ihren Schatten und trennen Sie sich von zwei Euro. Setzen Sie sich mitten auf dem Marktplatz auf eine Bank. Oder: Sollten Sie Hüte oder einen farbenfrohen Schal ablehnen, kaufen Sie sich einen und tragen Sie das neue Stück, als hätten Sie es schon immer. Sie werden sehen: Das Leben ist aufregender, wenn wir hin und wieder von der Norm abweichen.

Rufen Sie Bekannte an, mit denen Sie schon lange einmal wieder reden wollten. Sagen Sie ihnen, Sie hätten gerade an Sie gedacht und wünschen Sie Ihnen ein glückliches neues Jahr. Oder laden Sie Freunde oder Nachbarn zu sich nach Hause ein. Kochen Sie gemeinsam mit ihnen. Oder gründen Sie gleich einen Gesprächskreis, der sich regelmäßig trifft.

Sie haben Zeit und können davon etwas abgeben? Dann tun Sie es! Engagieren sie sich im ehrenamtlichen Besuchsdienst Ihrer Kirchengemeinde, helfen Sie einem Kind einer zugewanderten Familie bei den Hausaufgaben. Oder melden Sie sich als Freiwillige/r im Pflegeheim Ihres Ortes. Was gibt es Schöneres als die leuchtenden Augen eines dankbaren Menschen?

Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, Glanz und Freude in den Alltag zu bringen. Freude ist wie ein lebendiger Strom, der die in uns blockierten Energien wieder zum Fließen bringt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie inmitten all der Probleme, die Sie bedrängen, wieder mit Ihrer inneren Freude in Berührung kommen. Wenn Sie aus Ihren Augen heraus leuchtet, wird sie auch andere, denen Sie begegnen, mit Freude und Lebensglück anstecken.

Ihr Wolfgang Riewe

Dieser Beitrag wurde am 31.12.2009 um 20.03 Uhr veröffentlicht.

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