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EKD-Synode in Magdeburg

Kirche soll und muss auf Menschen zugehen

<b>Die Kirche </b>muss zu einem »offenen und missionarischen Haus werden«: EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider. Foto: Gerd-Matthias Hoeffchen

Die Kirche muss zu einem »offenen und missionarischen Haus werden«: EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider. Foto: Gerd-Matthias Hoeffchen

Wenn sie den starken Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen erklären soll, stellen die Leitenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gern die „demographische Entwicklung“ in den Vordergrund, die im Durchschnitt immer älter werdende Gesellschaft.

Dies aber ist nur die eine Seite der Medaille. Was in den Synodenberichten weniger Erwähnung findet, ist die abnehmende Kirchenbindung und die Tatsache, dass nach wie vor sehr viele Menschen, die getauft und konfirmiert sind, aus der Kirche austreten.

150 000 waren es in Deutschland allein im vergangenen Jahr.

Umso erfreulicher ist es, dass die EKD nun ein Schlüsselthema ganz oben auf die Tagesordnung ihrer Magdeburger Synode gesetzt hat: Die Mission.

Dabei geht es nicht darum, anderen Menschen die eigene Meinung überzustülpen.

Mission („Sendung“) meint schlicht den Auftrag der Kirche, auf Menschen zuzugehen, sie für den Glauben an Jesus Christus und die Gemeinschaft der Kirche zu gewinnen.

Die Kirche müsse zu einem „offenen und missionarischen Haus“ werden, sagte Präses Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzender der EKD, auf der Synode in Magdeburg .

Recht hat er. Denn zu sehr sind EKD und Landeskirchen, aber auch Kirchenkreise, Gemeinden und Einrichtungen nach wie vor mit sich selbst beschäftigt.

Viel Energie und Zeit wird auf die eigene Organisation verwandt, wesentlich weniger darauf, Außenstehende zu erreichen. Meist ist man dabei bestrebt, sogenannte Synergien in neuen größeren Strukturen zu schaffen.

Am Ende erweisen sie sich häufig als teurer Irrtum, weil sie zu komplex und kaum noch durchschaubar sind.

Viel wichtiger als diese ständige Selbstbeschäftigung ist es für die Zukunft der Kirche, wieder mehr in Kontakt zu treten zu denen, die zwar getauft und konfirmiert sind, aber bisher kaum am kirchlichen Leben teilnehmen.

Häufig beklagen sie, seit Jahren nichts von ihrer Kirche gehört zu haben und vor Ort auch keine für sie passenden Angebote zu finden.

Diese „treuen Kirchenfernen“ müssen künftig gezielter angesprochen werden, durch gezielte Medienarbeit etwa, aber auch durch persönliche Besuche.

Was außerdem fehlt, sind mehr Möglichkeiten, mitzuarbeiten und das Gemeindeleben zu gestalten. Auch müssen sich die Veranstaltungsangeboten stärker auf die Lebenswelten der unter den Mitgliedern vertretenen Milieus einstellen.

Wo sind zum Beispiel die beruflich stark Engagierten im Blick?

Oder die spaß- und erlebnisorientierten ehemaligen Konfirmanden? Die Großstadtsingles? Es gibt viele Möglichkeiten, die unterschiedlichen Gruppen anzusprechen – vom Gospelchor bis zum Glaubenskurs.

Glücklicherweise sind hierfür in den letzten Jahren viele gute Modelle entwickelt worden.

Sie müssen jetzt „nur noch“ eingesetzt werden. Aber es lohnt. Und Neues auszuprobieren macht außerdem Spaß!

Wolfgang Riewe


Dieser Beitrag wurde am 8.11.2011 um 00.22 Uhr veröffentlicht.

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