Allmählich dringt Hilfe durch
Hoffnung für Haiti
Auch eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti gibt es noch keine genaue Zahl über die Opfer der Katastrophe. Zwischen 50.000 und 200.000 Menschen sollen ums Leben gekommen, etwa 250.000 verletzt und circa 1, 5 Millionen obdachlos sein.
Doch allmählich scheint die internationale Hilfe zu den Menschen vorzudringen. Die Hauptstadt Port-au-Prince ist Schätzungen zufolge zu 60 Prozent zerstört. Besonders betroffen sind die Slums an den Berghängen der Stadt. Auch aus den ländlichen Regionen werden verheerende Zerstörungen gemeldet.
Es gibt kaum einen Überlebenden, der nicht Familienmitglieder oder Freunde verloren hat. Die meisten haben kein Dach mehr über dem Kopf. Etwa drei der neun Millionen Einwohner Haitis müssen dringend mit Nahrungsmittel und Trinkwasser versorgt werden.
Anders als bei vergleichbaren Naturkatastrophen in anderen Ländern erschwert die fehlende Infrastruktur des armen Inselstaates die von außen kommende Hilfe. Haiti gilt als ärmstes Land in der westlichen Hemisphäre und durchlebt seit Jahrzehnten eine anhaltende soziale Krise.
Rund 70 Prozent der Haitianer leben in tiefer Armut. Das Land ist in hohem Maße auf externe Hilfe angewiesen. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Überschwemmungen peinigen das Land in regelmäßigen Abständen und verstärken die Misere.
Die USA entsandten einen Flugzeugträger mit 19 Hubschraubern und Tausenden Soldaten, die vor allem für Sicherheit und die Verteilung von Lebensmitteln sorgen sollen. Auch aus Deutschland treffen Hilfstransporte ein.
So organisierte die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit der Caritas einen Hilfsgüterflug nach Haiti. Das Flugzeug startete am 19.Januar von Belgien aus. An Bord sind 20.000 Wasserkanister, 2.000 Decken, 31 Großraumzelte, und Tabletten zur Wasserreinigung.
Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet seit 2005 permanent Hilfe in Haiti. Die Mitarbeiter dieser karitativen Organisation der Evangelischen Kirche in Deutschland leben vor Ort und kennen das Land. Sie arbeiten mit örtlichen Partnerorganisationen und weiteren kirchlichen Hilfswerken zusammen und leisten schnell und an der richtigen Stelle Hilfe.
Auf dem gemeinsamen Spendenkonto der deutschen Hilfsorganisation gehen zur Zeit schon erfreulich viele Spenden ein.
Eine außergewöhnlich hohe Spende konnte Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik, der Leiter des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, am 19. Januar entgegen nehmen: Mit 100.000 Euro unterstützt die Stiftung Paulinenhilfe für orthopädisch Kranke in Stuttgart die Hilfsmaßnahmen der Diakonie auf Haiti. „Damit können wir vielen Menschen helfen, in der konkreten Notsituation ebenso wie auch beim Wiederaufbau“, sagte Klaus-Dieter Kottnik.
Auch die Christoffel Blindenmission (CBM) ist auf Haiti aktiv. Seit mehr als 30 Jahren fördert sie dort Projekte und kann daher auf bewährte Kontakte vor Ort zurückgreifen. 57 einheimische Mitarbeiter der CBM sind in Port-au-Prince tätig. Zwei von ihnen kamen bei dem Erdbeben ums Leben.
Die CBM hilft besonders behinderten Menschen. Vor allem Blinde und Sehbehinderte finden sich in den Trümmern nicht mehr zurecht, irren umher und verletzen sich. Die CBM will auch jetzt alles daran setzen, den Menschen auf Haiti zu helfen.
Auch bei der Aufführung des Pop-Oratoriums „Die 10 Gebote“ in der Dortmunder Westfalenhalle baten die bekannte Organisation um Spenden. Viele der Zuhörer öffneten dieser Bitte ihr Herz.
Viele der Erdbebenopfer finden sich auch im Kinderkrankenhaus des Hilfswerks „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ in Tabarre ein. Das berichtet der Berliner Arzt Peter Tinnemann, der im Auftrag dieser Karlsruher Organisation in Haiti mitarbeitet: „Die Menschen versuchen verzweifelt, medizinische Hilfe zu erhalten.“
In dem Krankenhaus befinden sich derzeit zwischen 550 und 700 Patienten – und das in einem Gebäude, das für 200 Kranke gebaut wurde.
Aber es gibt auch Zeichen der Hoffnung: Zwei Kinder wurden am 18.Januar im Kinderkrankenhaus der „Kleinen Brüder und Schwestern“ geboren: ein Junge und ein Mädchen.
Liebe Nutzerinnen und Nutzer von www.unserekirche.de, liebe Leserinnen und Leser: Helfen Sie den Menschen in Haiti! Die drei genannten Organisationen bürgen dafür, dass die Hilfe auch direkt ankommt. Entscheiden Sie selbst, auf welches Konto Sie spenden möchten:
- Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70
- Christoffel-Bindenmission: Konto 2020, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00. Kennwort: Haiti
- „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“, Konto 12 000, Sozialbank Karlsruhe, BLZ 660 205 00. Kennwort: Erdbeben Haiti.
Wolfgang Riewe
Dieser Beitrag wurde am 20.1.2010 um 08.45 Uhr veröffentlicht.
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