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Erntedankfest 2011

Feiere dein Erntedank!

<b>Wir verdanken nicht alles uns und unserer Tüchtigkeit.</b> Daran sollten wir beim Erntedankfest denken. Foto: Christian Jung

Wir verdanken nicht alles uns und unserer Tüchtigkeit. Daran sollten wir beim Erntedankfest denken. Foto: Christian Jung

Erntedank war früher, vor allem in den Dörfern, ein großes Fest. Die Häuser wurden geschmückt und ein festlicher Gottesdienst gefeiert.

Für die Menschen auf dem Lande hing das Leben daran, ob die Ernte gut oder schlecht, üppig oder verhagelt war. Heute sind für die meisten Menschen prall gefüllte Brot- und Gemüseregale eine Selbstverständlichkeit. Wofür also danken?

Wie wenig selbstverständlich es ist, genug zu essen und zu trinken zu haben – daran hat uns erst vor kurzem die Hungerkatastrophe in Ostafrika erinnert.

Sie führte uns vor Augen, welche verheerenden Konsequenzen das Zusammenspiel von Dürreperioden, Klimawandel, Misswirtschaft und Bürgerkrieg haben kann.

Weltweit hungern heute über eine Milliarde Menschen. Wir haben also allen Anlass dazu, dankbar zu sein und mit anderen zu teilen.

Auch die Finanz- und Wirtschaftskrise und die Not, in die in Griechenland viele Menschen gekommen sind, erinnern uns daran, auf welch dünnem Wohlstands-Eis wir leben.

Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass unsere Währung stabil bleibt, dass Gehalt oder Rente regelmäßig eingehen und unsere Tische immer reich gedeckt sind.

Oft kann eine Krise aus heiterem Himmel ins Leben einbrechen.

Wer schon einmal einen solch plötzlichen Einbruch erlebt hat, weiß davon ein Lied zu singen:
Eben noch war das Konto im schwarzen Bereich, da kommt wegen des neuen Bürgersteigs eine Riesenforderung, die kaum zu bezahlen ist.
Eben noch war der Arbeitsplatz sicher. Und nun ist die Firma insolvent.
Eben noch war die Gesundheit im grünen Bereich. Und jetzt diese schlimme Diagnose.

Wer auch in guten Zeiten nicht hochmütig wird und dankbar bleibt, der weiß, dass er nicht der eigentliche Macher seines Leben ist.

Wir verdanken nicht alles uns und unserer Tüchtigkeit. Das Leben ist vielmehr Geschenk. Auch das Brot, das wir essen, und die Früchte, die wir genießen.

Viel Grund zum Danken hat schon, wer einigermaßen klar kommt mit seinem Alltag.

Eine ältere Frau sagte mir: „Ich freue mich jeden Morgen, an dem ich ohne Schmerzen aufstehen kann“. Und fügt hinzu. „Ich bin so dankbar, dass ich vieles noch allein erledigen kann.“

Was haben wir denn wirklich ganz von allein geschafft? Was ohne günstige Umstände? Wie viel verdanken wir Gott, dem Schöpfer und Erhalter unseres Lebens!

»Dankbarkeit ist wie eine ansteckende Gesundheit« hat einmal jemand gesagt.

Darum: Wenn es Ihnen so richtig gut geht zu Zeit, dann feiern Sie doch einmal Ihr persönliches Erntedank!

Teilen Sie Ihr Glück und zweigen Sie eine Prise ab für die, die es weniger gut haben. Glück vermehrt sich, wenn man es teilt.

Wolfgang Riewe

Dieser Beitrag wurde am 1.10.2011 um 09.20 Uhr veröffentlicht.

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