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„Pro NRW“ vor Moscheen

Dem Hass keine Chance

Es war ein eindrucksvolles Bild: Weiße, rote und grüne Fahnen, Deutsche und Türken, Schüler und Rentner, Vertreter aller großen Parteien, der Gewerkschaften und Kirchen – mehr als 5.000 Menschen trafen sich am vergangenen Sonntag vor der Moschee im Duisburger Stadtteil Marxloh, um gegen die rechte Anti-Islaminitiative von „Pro NRW“ und NPD zu demonstrieren.

Die Gruppierung „Pro NRW“ und die NPD brachten zusammen lediglich etwas mehr als 300 Demonstranten zusammen. Dank eines starken Polizeieinsatzes kamen sie nur auf Sichtweite an die Moschee heran.
Selten hat die deutsche und türkischstämmige Bevölkerung im Ruhrgebiet einen solchen Zusammenhalt bewiesen wie bei dieser Demonstration in Duisburg.

Die Transparente mit der Aufschrift „Hand in Hand gegen Rassismus“ wehten sowohl von der Moschee wie auch von den Kirchen.

Bei der Demonstration machten alle Redner deutlich, dass für Ausländerfeindlichkeit in diesem Land kein Platz ist.

Fünf Wochen vor der Landtagswahl versucht die rechtspopulistische Gruppe „Pro NRW“ mit Kundgebungen in der Nähe von Moscheen für sich zu werben. Weil sie sich „Bürgerbewegung“ nennen und ihre Anhänger meist recht verbindlich auftreten , erscheint sie vielen als harmlos.

Laut Verfassungsschutz ist „Pro NRW“ aber nicht demokratisch, sondern ausländerfeindlich und dem Extremismus verbunden.

Gezielt schürt die Gruppierung Vorurteile gegenüber Muslimen und macht Ausländer pauschal für soziale Probleme verantwortlich. Auch versucht sie, die Integrationspolitik und das kirchliche Engagement für einen Dialog der Religionen als falsch und gefährlich darzustellen.

Daher war es an der Zeit, dass die rheinische und westfälische Landeskirche wie auch die Bistümer eindeutig erklärt haben, dass die Positionen von „Pro NRW“ mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar sind.

In der Vergangenheit haben sich beide Kirchen immer wieder zu einem respektvollen Umgang und einem gleichberechtigten Zusammenleben mit Muslimen bekannt. Dazu gehört eben auch das Recht, Moscheen zu errichten. Zum Recht auf Religionsfreiheit passt ebenso wenig ein grundsätzliches Minarettverbot.

Gut, dass die Kirchenleitungen die Vereinnahmung der Christen durch „Pro NRW“ entschieden zurückgewiesen haben.

Denn die „Pro NRW“-Parole „Abendland in Christenhand“ ist zutiefst unchristlich. Letztlich zielt sie auf die Vertreibung von Menschen anderer Herkunft.

Die Kirchen nehmen die Sorgen der Bevölkerung vor Missständen in stark von Ausländern dominierten Stadtteilen durchaus ernst. Sie ziehen daraus aber völlig andere Schlüsse als die Rechtspopulisten.

Denn statt Gräben immer mehr zu vertiefen, wollen Christen und Muslime miteinander die Probleme lösen, gegen Gewalt und für den gegenseitigen Abbau von Vorurteilen eintreten.

Hass darf unter uns keine Chance mehr haben.

Wolfgang Riewe

Dieser Beitrag wurde am 30.3.2010 um 12.11 Uhr veröffentlicht.

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