Geschichten der Freude
Abends im Advent: Zeit zum Erzählen

Wie gestalten wir in diesem Jahr unsere Adventsfeier? Müssen wir unbedingt wieder eine Geschichte vorlesen und Lieder singen?
Oder sollen wir einfach nur bei Kerzenschein zusammen sitzen, essen, trinken und uns nett unterhalten? – Diese Fragen kommen häufig auf den Tisch, wenn Gruppen in der Adventszeit ihre alljährliche Feier vorbereiten. Oft wird heiß diskutiert, ob und wie man diese Feier gestalten soll. Etwas festlicher als sonst soll es schon sein, aber auch nicht zu „altbacken“.
In den vergangenen Jahren sind unserer Gesellschaft, auch der Kirche, viele wertvolle Traditionen verloren gegangen.
Der Sieg von Halloween über das Martinssingen ist nur ein Beispiel dafür. Lang gepflegte Bräuche wurden oft von heute auf morgen sang- und klanglos preisgegeben. Formlosigkeit und Unverbindlichkeit sind die Folgen.
Nach all der Bilderstürmerei und Entsinnlichung des Lebens ist inzwischen aber wieder eine Sehnsucht spürbar, den Lauf – oft auch die Leere - des Alltags zu unterbrechen und Höhepunkte im Jahreslauf, im Leben der Familie oder Gemeinschaft, festlich zu begehen.
Die Traditionen und Bräuche der Adventszeit sind zum großen Teil noch erhalten: Das Aufstellen eines Adventskranzes zum Beispiel. Oder das Aufhängen eines Herrnhuter Sterns. Aber auch das morgendliche Öffnen einer Tür am Adventskalender oder das Schmücken des Vorgartens mit Lichtern.
Alles wunderschöne Bräuche, die Gefühl und Sinne ansprechen.
Wir sollten sie nicht preisgeben, sondern wieder hegen und pflegen!
Was wären Advent und Weihnachten aber ohne Lieder und Geschichten? Sie gehören dazu wie Apfel, Nuss und Mandelkern. Sich bei Kerzenschein von einer schönen Musik oder einer nachdenkenswerten Geschichte verzaubern lassen, ist inzwischen wieder zu etwas ganz Besonderem geworden – ein wahres Kontrastprogramm zur medialen Dauerberieselung.
Was aber steckt eigentlich dahinter, wenn in der Advents- und Weihnachtszeit vermehrt auch wieder Geschichten erzählt werden?
Vermutlich ist es die Sehnsucht, wenigstens zeitweise aus der Hektik des Alltags auszubrechen und innerlich zur Ruhe zu kommen. Vielleicht auch überhaupt die Sehnsucht nach einem besseren Miteinander, einer heileren, friedvolleren Welt.
Am 1. Adventssonntag war in unserer Kirche in Bielefeld, wie in anderen Kirchen auch, Familiengottesdienst.
Viele kleine Kinder waren beteiligt. Nach und nach wurde es immer unruhiger und lauter. Doch dann setzte sich die Leiterin des Kindergartens auf eine der Altarstufen und erzählte mitten im Kreis der Kinder eine Geschichte: Die Geschichte von Maria und ihrer Begegnung mit dem Engel.
Schon nach den ersten Sätzen wurde es mucksmäuschenstill.
Wie gebannt hingen die Kinder, aber auch die Erwachsene, an ihren Lippen. Alle erlebten vor ihrem inneren Auge mit, wie es Maria erging. Wie ihr anfänglicher Schrecken sich in große Freude verwandelte, dass sie die Mutter des verheißenen Friedenskönigs werden sollte.
Die Botschaft kam rüber.
Warum? Weil sich die Erzieherin traute, frei und lebendig zu erzählen, statt nur ein vorbereitetes Manuskript zu verlesen.
Wir sollten so etwas viel häufiger wagen! Haben Sie nicht auch einmal Lust, es zu versuchen? Es gibt eine Fülle von Büchern mit Weihnachtsgeschichten, die Ihnen dazu Anregungen geben.
Ratsam ist, sich die Erzählungen zunächst einmal gut durchzulesen, um herauszufinden, welche für den Anlass passend ist.
Eignen Sie sich die ausgewählte Geschichte dann an, bis Sie diese lebendig vorlesen oder sogar frei nacherzählen können. Ein paar Stichworte, auf einem Zettel notiert, helfen meist dabei.
Einige schöne Weihnachtsgeschichten habe ich in meinem Buch „Geschichten der Freude“ gesammelt.
Sie können es in jeder Buchhandlung bestellen oder direkt beim Verlag. Eine besinnliche Adventszeit wünscht Ihnen Ihr Wolfgang Riewe.
Wolfgang Riewe, Geschichten der Freude, Luther-Verlag 2010.14, 90 Euro. Bestellung über Buchhandlungen oder per Telefon: 0521/9440-173. E-Mail: vertrieb@luther-verlag.de. Bestellmöglichkeit HIER
Dieser Beitrag wurde am 28.11.2011 um 08.58 Uhr veröffentlicht.
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