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Männer verboten!

Und wenn man einen Mann unter diesen Schleier steckte ...? Foto: sandnes

Und wenn man einen Mann unter diesen Schleier steckte ...? Foto: sandnes

Ich habe Maryam im katholischen Hochschülerinnenheim in Wien kennengelernt. Männerbesuch auf den Zimmern war hier ausdrücklich verboten!

Darum versammelten sich hier Studentinnen, die die »männerfreie Zone« als Schutz vor einem lasterhaften westlichen Lebensstil empfanden: streng katholische Inderinnen, Koreanerinnen aus charismatischen Pfingstgemeinden und Musliminnen aus aller Welt.

Ohne Schleier in der männerfreien Zone

Maryam kam aus Tunesien. Eine aufgeschlossene junge Frau, die ihr Kopftuch und ihr langes Übergewand aus Überzeugung trug. Nur im Wohnheim nicht: Hier lief sie mit offenen Haaren und Jeans herum - von lüsternen Männerblicken ungefährdet.

Sie redete viel und temperamentvoll und hielt nicht hinter den Berg damit, dass Österreich für sie nur zweite Wahl war.

»Ich wollte eigentlich in Frankreich studieren, aber ich habe kein Visum bekommen.«, schimpfte sie in flüssigem Französisch. Warum nicht? »Weil ich den Schleier für das Passbild nicht abnehmen wollte! Mein Bruder hat mich angefleht: Nimm ihn ab! Nur im Konsulat, nur für das Bild! Aber ich wollte nicht. Der Schleier gehört zu meinem Glauben. Niemand kann mir den verbieten!«

Ein Visum gab es nicht.

Maryam ärgerte sich – aber nachgeben wollte sie nicht. Lieber lernte sie Deutsch und studierte in Wien. Mit Kopftuch.

Während der Kopftuch-Diskussionen in den letzten Jahren habe ich immer wieder mal an Maryam gedacht. Ein bisschen bewundere ich ihre Standhaftigkeit: Sie hat für die Freiheit gekämpft, sich selbst für die Verhüllung zu entscheiden. Andererseits ist mir klar, dass viele Mädchen und Frauen gegen ihren Willen dazu gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen. Was also tun – den Missbrauch durch Kopftuch- oder Burka-Verbote möglichst verhindern? Oder das Tragen der religiösen Symbole freistellen und darauf vertrauen, dass archaische frauenverachtende Traditionen überwunden werden? Ein Dilemma.

Am einfachsten wäre das Problem ja gelöst, wenn man die Männer in Burkas steckte. Schließlich sind sie es, die nach der islamischen Lehre mit ihren lüsternen Blicken die Würde der Frauen gefährden ... So ein winziger Sehschlitz, möglichst noch mit Schleier davor, würde da doch Abhilfe schaffen – oder?

Autorin: Anke von Legat

Dieser Beitrag wurde am 13.1.2010 um 14.22 Uhr veröffentlicht.

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