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Die Wolken und Berlin

<b>So schön können</b> Wolken sein, wenn Sie mit Worten gefüllt werden: Internetgrafik mit Wordle. Grafik: gmh/Wordle

So schön können Wolken sein, wenn Sie mit Worten gefüllt werden: Internetgrafik mit Wordle. Grafik: gmh/Wordle

Oaah ... was für ein mieses Wetter. Trüb, der Schädel platzt einem von den ungewohnt milden Temperaturen, dicke Wolken. Und wenn man ganz viel Pech hat, zerzaust einem dann auch noch eine Sturmböe die Frisur.

Der einzige Trost bei diesem Schietwetter: Andere müssen zurzeit noch ganz andere Stürme über sich herziehen lassen. Nei-hein, ich meine natürlich nicht den Mann in Berlin. Das haben mir die Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich untersagt: Jetzt fang nicht auch du noch an mit Herrn W.

»Okay«, habe ich gerufen, »dann schreib ich eben über das Wetter.« Das ist genauso unerfreulich, und bei DEM Thema sind wir uns dann wenigstens alle einig: Weg damit! Diese Mischung aus Nebel und Geplörre lassen wir uns nicht gefallen.

Und hier sind die guten Gründe dafür:

Flüsse steigen über die Ufer.
Bäume fallen um.
Schädlinge finden bei mild-feuchtem Winterwetter ideale Brutmöglichkeiten.
Bakterien breiten sich in Stirn-, Neben- und Kiefernhöhlen ungehindert aus.
Der Papiertaschentuchverbrauch schnellt in die Höhe; ganz schlecht für klimaengagierte Landeskirchen.

Gut, fairerweise sollen auch Gegenargumente genannt werden:

Gärtner und Landwirte freuen sich über das Auffüllen des Grundwasserpegels.
Züchter von Bakterienkulturen sind entzückt.
Bundespräsidenten freuen sich, dass die Menschen lieber daheim bei einer guten Tasse Tee sitzen statt vor diversen Schlössern in Berlin aufzulaufen.
Das Hautkrebsrisiko sinkt beträchtlich, wenn monatelang (wie in Bielefeld) keine Sonne scheint.

Man sieht also wieder, wie wahr der Satz ist, den mir meine Mutter – Gott hab sie selig – schon von klein auf eingetrichtert hat: Kein Ding ist so schlecht, dass es nicht auch noch eine gute Seite hat.

Also, ruf ich da laut in Richtung Berlin, vielen Dank für alles! Irgendetwas Gutes ist auch hier bestimmt dabei (und irgendwann werden wir schon noch kapieren, was genau das sein soll).

Für das Wetter jedenfalls haben wir das gezeigt: Es ist nicht alles allein schon deshalb schlecht, nur weil es einem wochenlang ECHT AUF DEN KEKS geht. Nein, man braucht manchmal einfach nur die entsprechende Reflexionsebene (oder ne Flasche Schnaps, wie Opa Willi immer sagte) , um sich die Wirklichkeit schönzureden.

Und als kleines Schmankerl das Bild oben: Wortkunst aus dem Online-Tool wordle. So schön können Wort-Wolken sein, wenn man sie mit hohlen Inhalten füttert (ich hab einfach mal den Text dieses Artikels dort eingegeben).

Gute Nacht, Deutschland!

gmh

Dieser Beitrag wurde am 9.1.2012 um 16.11 Uhr veröffentlicht.

Kommentare lesen
Glybyrne schrieb am 11.01.2012 13:48:

vielen dank für den tip mit wordle, tolles tool. hab gerad mal den pedigttext von letztem sonntag darein geladen und was kommt da raus? ich trau meinen augen nicht - die predigt meines pfarrers vom letzten gottesdienst

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